Lara Croft und Spongebob gehen zur Wahl
Um mehr Jugendliche an die Wahlurnen zu bringen, haben der US-Fernsehsender MTV und zwölf Spielentwickler einen eigenen Musikclip erstellt.
In dem zwei Minuten und 46 Sekunden langen Musikvideo unter dem Motto "Stand and choose" fordert unter anderen Lara Croft aus "Tomb Raider" die Zielgruppe zwischen 18 und 24 Jahren mit einem Rap zum Wählen auf.
Insgesamt treten mehr als 50 Videospielfiguren wie Spongebob, Psymon aus "SSX Tricky" und Raiden aus "Mortal Combat" in einem virtuellen Szenario im Washington Square Park zu Hip-Hop-Musik auf
Die Popularität von Videospielen sei enorm, meint Dave Sirulnick, Chef der MTV-Nachrichten, sie seien ein sehr wichtiger Teil des Lebens junger Leute. Daher sei dieser Schritt für alle Beteiligten logisch gewesen.
Das Video wird auf den Sendern MTV, MTV2, mtvU, MTV.com Spike TV und The N gezeigt. Unter anderen treten Tony Hawk, der Igel Sonic, Figuren aus "Leisure Suit Larry" und "Die Sims" auf, die zum Schluss alle gemeinsam im Chor singen.
MTV-Kampagne "Choose or lose"Sinkende Wahlbeteiligung
Für die Videospielindustrie ist das Video doch etwas sehr Ungewohntes, schließlich fordern ihre proprietären Spielfiguren erstmals zum Urnengang bei einer US-Präsidentschaftswahl auf.
Für den US-Branchenverband Entertainment Software Association [ESA] ist die Kombination aber "natürlich". "Stand and choose" sei ein unparteiischer Weg, jene Generation zu erreichen, die mit MTV und PC-Games groß geworden sei, meinte ESA-Chef Douglas Lowenstein.
Das Projekt ist nur ein Teil einer MTV-Kampagne, welche die mehr als 20 Millionen Wähler zwischen 18 und 30 Jahren mobilisieren soll. Seit das Wahlalter in den USA 1971 auf 18 Jahre heruntergesetzt wurde, gingen immer weniger der 18- bis 24-Jährigen zu Präsidentschaftswahlen. Bei der letzten Wahl waren es nur noch 26,7 Prozent, 1972 noch 49,6.
In letzter Zeit tauchen im Netz immer öfter Games auf, die versuchen wollen, den Spielern politisches Bewusstsein zu vermitteln.
Videospiele machen Politik"Spielerischer" US-Wahlkampf
So wie das Netz selber in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Werkzeug für politische Organisation wurde, werden nun auch Spiele zunehmend dafür als Medium genutzt.
Ubi Soft hat im Frühjahr das PC-Spiel "The Political Machine" veröffentlicht, das den Spieler in die Lage versetzt, die Wahlkampagnen von Amtsinhaber George W. Bush oder Herausforderer John Kerry zu managen, eigene Kandidaten zu küren oder die Kampagnen von früheren US-Präsidenten wie Ronald Reagan und Franklin Roosevelt zu organisieren.
Selbst die Republikaner setzen auf politisches Gaming. "Tax Invaders" ist eine abgewandelte Version von "Space Invaders", bei der Spielfigur George W. Bush als einzige Hoffnung im Kampf gegen zu hohe Steuern auftritt.
"The Political Machine"
