Videospiele machen Politik
Oft werden Videospiele wegen ihrem Gewaltanteil und der fehlenden oder falschen Botschaft, die sie vermitteln, kritisiert.
In letzter Zeit tauchen jedoch vor allem im Netz immer öfter Games auf, die versuchen den Spielern politisches Bewusstsein zu vermitteln.
So wie das Netz selber in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Werkzeug für politische Organisation wurde, werden nun auch Spiele zunehmend dafür als Medium genutzt.
In Italien hat etwa Centro, eine Gruppe junger Aktivisten, mehrere Spiele auf seiner Website bereitgestellt, die vor allem bei jungen Leuten politisches Interesse wecken sollen.
Gegen Gewalt
In immer mehr US-Bundesstaaten wird gegen den freien Verkauf von
Spielen mit gewalttätigen Inhalten vorgegangen. In Washington kostet
der ansich verbotene Verkauf oder Verleih derartiger Spiele an
Minderjährige den Händler bis zu 500 USD.
USA regeln Verkauf von GewaltspielenKeine Zeit gibt's nicht
Anstatt selber auf die Straße zu gehen, können Interessierte auch ihre persönliche virtuelle Demo organisieren. Dabei kann sich der Spieler zu einer virtuellen Menschenmege gesellen und seinen persönlichen Demonstranten personalisieren.
Daneben thematisiert die Gruppe auch andere Probleme. So beschäftigt sich das Online-Spiel "Tamatipico" mit dem modernen Arbeitsmarkt.
Der Spieler bekommt dabei seinen ganz persönlichen Angestellten, den er bei Laune halten muss, damit er produktiv bleibt. Bekommt der Arbeiter zu wenig Schlaf oder Freizeit, wird er krank oder streikt. Der Arbeitgeber hat aber immer die Möglichkeit, seinen Angestellten zu feuern.
Dabei geht es laut Spiele-Entwickler Paulo Pedercini mehr um die Struktur und die Mechanismen des Spiels, als um die Grafik.
Wahlkampf-Manager
Ubi Soft hat im Frühjahr das PC-Spiel "The Political Machine"
veröffentlicht, das den Spieler in die Lage versetzt, die
Wahlkampagnen von Amtsinhaber George W. Bush oder Herausforderer
John Kerry zu managen, eigene Kandidaten zu küren oder die Kampagnen
von früheren US-Präsidenten wie Ronald Reagan und Franklin Roosevelt
zu organisieren.
US-Wahlkampf als Game steuern
MolleindustriaJedes Spiel hat seine Botschaft
Newsgaming, eine Gruppe aus Uruguay, hat etwa ein Shockwave-basiertes Game mit dem Titel "12. September" entwickelt, bei dem Terroristen mit Raketen verfolgt werden müssen.
Der Spieler soll lernen, dass Kollateral-Schäden unvermeidbar sind, da die zur Verfügung stehende Munition nicht gezielt eingesetzt werden kann.
In den USA setzen selbst die Republikaner auf politisches Gaming. "Tax Invaders" ist eine abgewandelte Version von "Space invaders", bei der Spielfigur George W. Bush als einzige Hoffnung im Kampf gegen zu hohe Steuern auftritt.
