Symbian will vorerst nicht an die Börse
Der britische Handysoftware-Entwickler Symbian schließt einen kurzfristigen Börsengang aus. Weder wollten die derzeitigen Eigentümer ihre Anteile verkaufen noch habe Symbian Kapitalbedarf, sagte Vorstandschef David Levin am Mittwoch in München.
"Kurzfristig stellt ein Börsengang somit keine Option dar." Das umfasse den Zeitraum der nächsten zwölf bis 18 Monate. Er fügte hinzu: "Wir haben strategische Anteilseigner."
Anfang des Jahres hatte Psion, mit 31 Prozent der ursprünglich größte Anteilseigner an Symbian, seine Ausstiegsabsicht angekündigt. Ursprünglich sollte das Aktienpaket an Nokia verkauft werden, was dem weltgrößten Handyhersteller eine Kontrollmehrheit von 63 Prozent verschafft hätte.
Schließlich beschränkte sich Nokia auf knapp 48 Prozent, andere Aktionäre stockten ihre Anteile auf. Beteiligt sind Siemens, Sony Ericsson, Samsung und Matsushita.
Symbian entwickelt Software beispielsweise mit Kalender- und Mailfunktionen für Smartphones. Mit zuletzt rund 20 Millionen Stück jährlich gilt der Smartphone-Markt zwar noch als relativ klein, Experten halten aber ein Anwachsen der Branche auf rund 200 Millionen Einheiten im Jahr 2008 durchaus für realistisch.
Handy-Weltmarkt mit RekordquartalSymbian vs. Microsoft
Symbian, klarer Marktführer in dem Bereich, war nicht zuletzt gegründet worden, weil sich die daran beteiligten Handybauer vor einer möglichen Abhängigkeit von Microsoft schützen wollten. Die Briten erhalten für jedes Handy mit Symbian-Software Lizenzgebühren.
"Microsoft ist immer eine große Bedrohung", sagte Levin und verwies auf die enormen finanziellen Möglichkeiten des weltgrößten Softwarehauses. "Was ihnen aber fehlt, ist die Erfahrung bei Mobiltelefonen." Der technologische Abstand zwischen Symbian und Microsoft dehne sich permanent aus.
Nach gut fünf Millionen verkauften Handys mit Symbian-Software im ersten Halbjahr 2004 rechnet Levin angesichts des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts für den Rest des Jahres mit einem weiter anziehenden Absatz. "Wir sprechen von über zehn Millionen."
