24.09.2004

AUFLAGEN

Airbus zieht Unterstützung für MS zurück

Der Flugzeug-Hersteller Airbus hat seine Unterstützung für den weltgrößten Computerhersteller Microsoft vor einem EU-Gericht zurückgezogen, wie am Freitag aus mit dem Fall vertrauten Kreisen bekannt wurde.

Airbus habe erst wenige Tage vorher seine Erklärung bei dem Gericht der ersten Instanz in Luxemburg eingereicht, das über die Aussetzung von EU-Auflagen gegen Microsoft entscheiden soll, hieß es

Darin habe Airbus seine Besorgnis ausgedrückt, die EU- Entscheidung könnte seine eigene Fähigkeit zur Innovation beeinträchtigen. Microsoft hatte dies als bedeutende Entwicklung in dem Verfahren bezeichnet. Beiden Firmen lehnten eine Stellungnahme zu den Angaben ab.

Auflagen vorerst ausgesetzt

Das Gericht muss über Microsofts Antrag entscheiden, die Auflagen bis zu einer endgültigen Gerichtsentscheidung auszusetzen. Die Anhörungen sollen am Donnerstag beginnen. Die Kommission hatte die Auflagen im Juni vorerst ausgesetzt, um dem Gericht Zeit für seine Entscheidung zu geben.

Aus den Kreisen wurde weiters bekannt, die mit der Datenverarbeitung befassten Abteilungen bei Airbus, die sich auf Microsoft verlassen müssten, hätten sich für Microsoft ausgesprochen.

Derartige Empfehlungen würden manchmal ohne das Wissen oder Unterstützung der Führungsspitze verfasst, hieß es. Dagegen hieß es in anderen Kreisen, die Entscheidung zum Eingriff in den Fall sei monatelang an der Airbus-Spitze erwogen und dort auch beschlossen worden. Die EU-Gerichtsvorschriften sehen vor, dass derartige Texte klar Stellung beziehen müssen.