AT&S baut in Schanghai und will zukaufen
Der steirische Leiterplattenhersteller AT&S hat nach "reiflichen Überlegungen und vielen Analysen" vom Aufsichtsrat die Zustimmung zum Bau eines zweiten Werkes in Schanghai bekommen.
"Mit dieser Entscheidung hat sich AT&S wieder klar zum Wachstum bekannt, Asien und China sind nach wie vor die am stärksten wachsenden Märkte der Welt", so der Vorstandsvorsitzende Willi Dörflinger.
Finanzchef Harald Sommerer, der im Sommer 2005 Dörflinger nachfolgen soll, rechnet damit, dass das 80 bis 100 Mio. Euro teure Werk ab dem zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2006/07 erste Umsätze bringen wird.
Die vollständig aus dem Cash-Flow finanzierte Investition wird sich auf drei Jahre verteilen. Auf das laufende Geschäftsjahr soll sie noch geringe Auswirkungen haben.
Sommerer hält weiter an der bisherigen Prognose eines Umsatzwachstums von zehn Prozent und "überproportional steigenden Erträgen" fest. 35 Mio. Euro der Gesamtkosten sollen in das nächste Geschäftsjahr fallen. In den nächsten Jahren sollen 50 Prozent des Gesamtumsatzes aus Asien kommen.
AT&S-Ergebnis deutlich gesteigertAusdehnung auf Digicams und Camcorder
Das neue Werk wird in unmittelbarer Nähe des ersten Werkes auf dem firmeneigenen Grundstück errichtet, um die Investitionskosten gering zu halten.
Die Gesamtkosten werden auch davon abhängen, auf welche Technologie es ausgerichtet wird. Derzeit wird eine Mischung aus HDI Microvia- und flexibler Leiterplatten-Technologie für am wahrscheinlichsten gehalten.
Neben der Produktion für den Handymarkt, wo AT&S nach eigenen Angaben weltweit einen Markanteil von 15 Prozent hält und 70 Prozent der Handy-Produzenten abdeckt, will der Leiterplattenproduzent in Zukunft auch verstärkt in andere digitale Bereiche - Digicams und Camcorder - einsteigen.
In ein bis zwei Jahren will der Hersteller den japanischen Markt bedienen. Einen Schritt weiter ist AT&S in Russland, wo bereits eine Vertriebsmannschaft installiert wurde. Für den US-Markt werden weiter ein bis zwei Lokalitäten gesucht.
AT&S fertigt für Sony Ericsson und MotorolaWachstum durch Firmenübernahmen
In Zukunft will sich AT&S auch verstärkt um Firmenübernahmen kümmern. Das geplante Umsatzwachstum sei längerfristig rein organisch nicht zu schaffen, so Dörflinger. Eine eigene Gruppe sehe sich auf dem Markt "aggressiv" nach möglichen Mergern und Akquisitionen um.
150 bis 170 Mio. Euro könnte AT&S dafür selbst darstellen, für weitere Summen müsste das Kapital erhöht werden, so Dörflinger.
