26.08.2004

WECHSEL

Neuer Chef für Infineon

Nach einem fünfmonatigen Intermezzo an der Infineon-Spitze verabschiedet sich Max Dietrich Kley zum Monatsende zum zweiten Mal in seinem Leben in den offiziellen Ruhestand.

Der Aufsichtsratsvorsitzende und frühere BASF-Manager hatte nach der Ablösung von Ulrich Schumacher den Vorstandsvorsitz bei dem Halbleiterkonzern kommissarisch übernommen und wieder Ruhe ins Unternehmen gebracht. Am 1. September nun kann er den Vorstandssessel an den bisherigen Conti-Vize Wolfgang Ziebart übergeben. Auch danach wird Kley allerdings als Aufsichtsrat bei mehreren Unternehmen und als Funktionär aktiv bleiben.

Denn Schumacher, der das Unternehmen seit der Abspaltung von Siemens geführt hatte, war wegen seines selbstherrlichen.Führungsstils gefürchtet. Seine Vertrauten saßen in den wichtigen Schaltzentralen. "Er hatte seine eigene Stasi, so wurde das im Unternehmen genannt", hieß es nach seiner Ablösung.

Nach dem turbulenten Abschied Schumachers ist erstaunlich schnell Ruhe eingekehrt. "Auf den Gängen ist schon eine ganz andere Stimmung", sagt ein hochrangiger Infineon-Manager. Kley habe Teamfähigkeit bewiesen.

Der Interims-Vorsitzende war ohnehin oft nur zwei, drei Tage die Woche im Unternehmen. Die übrigen Vorstandsmitglieder hatten schon deshalb deutlich mehr Freiräume als zuvor unter Schumacher. Wermutstropfen von Kleys kurzer Amtszeit: Wegen hoher Rückstellungen rutschte Infineon im abgelaufenen Quartal überraschend wieder in die Verlustzone.