Toll Collect sorgt für Unzufriedenheit
Ein Jahr nach dem ersten Scheitern der Lkw-Maut brauen sich wieder dunkle Wolken über der Betreiberfirma Toll Collect zusammen. Spediteure beklagen schleppende Auslieferung und zögerlichen Einbau der On-Board-Units [OBUs].
Nun traten auch die großen Vermieter schwerer Lastwagen auf den Plan, weil sie die bisher vorgesehenen Erfassungswege für unpraktikabel in ihrer Branche halten.
Am 30. August jährt sich der Termin, zu dem die Maut einst starten sollte. Vor einem Jahr erklärten die damaligen Manager des Konsortiums, es gebe keinerlei Probleme mit der Einführung. Der Start scheiterte Anfang September, Anfang November und Anfang Dezember.
Das deutsche Verkehrsministerium gibt sich wieder zuversichtlich: "Es gibt keinerlei Anzeichen, dass der 1.1.2005 als Starttermin wackelt", sagte Sprecher Michael Zirpel in Berlin. Toll-Collect-Sprecher Harald Lindlar sagte ebenfalls: "Mit jedem Test gewinnen wir an Zuversicht."
Geräte-Einbau verzögert sich
Der nur schleppende Einbau von Mautgeräten in die Lastwagen hat
in Deutschland einen neuen Streit zwischen Speditionen und Toll
Collect entfacht.
Neuer Streit um deutsches MautsystemOffener Brief von Truck-Vermietern
Sechs große Truck-Vermieter haben einen Offenen Brief an Toll Collect geschrieben, in dem sie das System als unpraktikabel für Kurzzeitmietverträge bezeichnen.
Die Zeiten für Registrierung und Ausmusterung der Halter - zurzeit mehrere Wochen - seien viel zu lang und müssten auf Minuten verkürzt werden.
Einer der Unterzeichner ist die Autovermietung Hertz. Deren Direktor Thomas Pfisterer verwies darauf, dass das Mietgeschäft wegen der Liquiditätsvorteile für die mittelständisch organisierten Speditionen immer größere Bedeutung erlangt. Hertz betreibt 1.500 künftig mautpflichtige Laster.
Dazu Lindlar: "Wir nehmen die Bedenken sehr ernst." Ein Gesprächstermin mit den Truck-Vermietern sei bereits vereinbart, und da werde man nach praktikablen Lösungen suchen. Der Toll-Collect-Sprecher verwies aber darauf, dass die Mautbuchung am Automaten oder per Internet ohnehin nur "zweite Wahl" sei.
