Das deutsche Sat-Maut-Drama, 17. Akt
Der geplante Start zum 1. Jänner sei nicht zu schaffen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, der "Bild" am Samstag.
Der Chef der Deutschen Telekom Kai-Uwe Ricke und der deutsche Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe [SPD] hingegen erklärten, der angestrebte Starttermin werde eingehalten.
Das deutsche Maut-Drama erweist sich damit als einer der konsistentesten Beispiele eins Phänomens, des Attwenger-Syndroms: "Es geht und es geht net und es geht net und es geht usw."
Derart widersprüchliche Aussage gab es bereits vor dem ersten [Fehl]Start des Sat-gestützten LKW-Mautsystems. Die OBUs [On Board Units] waren entweder nicht lieferbar oder sie funktionierten nicht, bzw. gab es notorische Timeouts beim Login, wenn das System nicht gerade wegen Kompatibilitätsproblemen unter den eingesetzten Datenbanken und Protokollen überhaupt down war.
Diesmal werden sie verzögert ausgeliefert, ein zusätzlich benötigter Impulsgeber für die OBUs sei momentan gar nicht lieferbar, sagen die Spediteure. 20.000 der bis zum Jahresende benötigten 500.000 OBUs sind erst In LKWs verbaut.
"Das weltweit beste Maut-System"Kein Lieferengpass, sagen Betreiber
Ein Sprecher von Toll Collect sagte, es gebe keine Lieferverzögerungen. In den Werkstätten lägen derzeit 100.000 so genannte On Board Units komplett formatiert zum Einbau bereit. Die Reserven reichten aus, um die gesamte Nachfrage bis zum 1. Jänner 2005 zu befriedigen.
Auch bei den Impulsverteilern, die nicht zu den Erfassungsgeräten, sondern zur Fahrzeugtechnik gehörten, gebe es nach seinem Kenntnisstand keine Lieferengpässe.
Die deutsche Maut für schwere Lkws sollte ab Ende August 2003 erhoben werden. Wegen technischer Mängel wurde der Starttermin mehrfach auf nunmehr Anfang 2005 verschoben.
