09.08.2004

ABSCHLUSS

Die Details zum Tiscali-Deal

Der Verkauf der Österreichtochter des italienischen börsenotierten Internetanbieters Tiscali soll Eigenangaben zufolge keine Auswirkungen für die Kunden haben.

Dies betonte Tiscali Österreich-Chef Dieter Haacker auf APA-Anfrage. Es gehe um einen reinen "Wechsel des Kapitaleigners". Fast jeder Kunde von Tiscali Österreich habe "so etwas bereits zwei bis drei Mal erlebt", meint Haacker.

In seinem größten Deal hatte Tiscali Österreich im Vorjahr rund 15.000 Kunden der EUnet [ehemals: KPNQwest] übernommen, davor hatte das Unternehmen unter anderem bereits Planetone, Liberty Surf, surfEU, Line One, Nacamar/World Online, Merlin und Vianet geschluckt.

Teil eines Einsparungsplans

Hintergrund der Aktion ist laut Haacker ein Einsparungsplan, nach dem Tiscali Unternehmensteile im Ausmaß von 250 Mio. Euro verkaufen will. Tiscali Österreich habe im ersten Halbjahr einen beträchtlichen Cash Flow erzielt und sei daher "ein attraktives Ziel, wenn man verkaufen will", meinte Haacker.

Kolportiert wird ein Kaufpreis vom "1,8-fachen des Umsatzes". Laut Angaben des Kreditschutzverbands von 1870 [KSV] hat das Unternehmen im Vorjahr mit rund 60 Mitarbeitern 19,30 Mio. Euro umgesetzt, der Kaufpreis würde demnach bei rund 35 Mio. Euro liegen. Haacker wollte dazu nichts sagen. Man sei aber "kein unattraktives Investment".

Medienberichte, wonach Tiscali Österreich bereits fix an den US-Investor Jordan Industries verkauft werden soll, dementierte Haacker am Montag. Laut dem Österreich-Chef sind die Verhandlungen nach wie vor im Laufen.

Neben Österreich stehen auch die Tiscali-Beteiligungen in Spanien, Schweden, Norwegen, Dänemark, Südafrika, Tschechien und eventuell Schweiz zur Disposition.