Big Brother schaut bei Olympia zu
Bei den Olympischen Spielen in Athen scheint die Vision des alles überwachenden Big Brother Realität zu werden.
Über 1.000 hochauflösende und Infrarot-Kameras, zwölf Patrouillenboote, 4.000 Fahrzeuge, neun Hubschrauber, ein mit Sensoren ausgestattetes Luftschiff und vier mobile Einsatzzentralen überwachen die griechische Hauptstadt während der Olympischen Spiele rund um die Uhr.
Ein von einem Konsortium unter Führung der US-Firma Science Applications International [SAIC] entwickeltes System sammelt alle von diesen Punkten eingehenden Bilder, Töne und Informationen und analysiert diese anschließend auf etwaige Auffälligkeiten.
Ein eigenes Sensorennetzwerk sucht zudem nach Spuren von chemischen Kampfstoffen.
Die Kosten allein für die Software beliefen sich laut Angaben auf rund 312 Millionen Dollar, ein beträchtlicher Teil des gesamten Sicherheitsbudgets von 1,5 Milliarden USD. In dem Konsortium sind auch Siemens, Honeywell und General Dynamics beteiligt.
Totalüberwachung bei Olympischen SpielenSoftware analysiert Risiken
Laut Dionysios Dendrinos, General Manager bei der ebenfalls an dem Konsortium beteiligten Firma One Siemens, ist die Software der Videokameras darauf ausgelegt, mögliche Risiken zu erkennen und selbst zu bewerten, um den Verantwortlichen bereits eine Vorauswahl zu präsentieren.
Dabei soll das System auch zwischen einem Reifenplatzer und einem Pistolenschuss unterscheiden können und den Zuständigen in der Überwachungszentrale im Ernstfall richtig informieren.
Die Bilder werden nach der ersten Analyse auf weitere sieben Tage gespeichert, um, zusammen mit den anderen gesammelten Daten, für weitere Analysen bestimmter Vorfälle zur Verfügung zu stehen, so der Sprecher der griechischen Polizei, Lefteris Ikonomou.
Laut SAIC besteht das System aus 30 Subsystemen, die das Sammeln, Analysieren und Aussieben von Informationen ermöglichen.
Letzte IT-Sicherheitsübungen vor OlympiaÜberwachung der Telefonleitungen
Das von SAIC entwickelt System namens C41 überwacht zudem sämtliche Kommunikation, die über Internet-Service-Provider und Telekom-Unternehmen abgewickelt wird.
Im Juni weitete die griechische Regierung die Überwachungsbefugnisse für die Zeit der Olympischen Spiele darauf aus.
Die Software des britischen Herstellers Autonomy scannt Texte und Sprache nach Zeichen von terroristischer Aktivität. Autonomy gibt an, dass seine Software Informationen unabhängig von Format und Speicherort liefern kann.
Intelligent Data Operating Layer [IDOL] soll in Echtzeit automatisch kontextabhängige und begriffliche Zusammenhänge aus scheinbar unzusammenhängenden Dokumenten filtern, sowohl in Griechisch als auch in Englisch.
