04.08.2004

FINNLAND

Online-Süchtige müssen nicht zum Militär

Internet-Sucht wird von manchen immer noch belächelt, doch das finnische Militär nimmt die Probleme der Suchtkranken ernst.

In Finnland wurden bereits mehrere Präsenzdienstpflichtige wegen ihrer Internet-Sucht wieder nach Hause geschickt. Die Ärzte hatten festgestellt, dass die jungen Männer ihre Computer offenbar zu sehr vermissten, um sich auf den Armeedienst zu konzentrieren.

"Für Leute, die den ganzen Tag [im Netz] spielen und keine Freunde oder andere Hobbys haben, ist die Armee ein großer Schock", meint Jyrki Kivela von der Präsenzdienst-Abteilung.

Offizielle Zahlen, wie viele Präsenzdiener allerdings wirklich auf Grund von Internet-Sucht wieder nach Hause geschickt wurden, gibt es nicht.

Neuüberprüfung nach drei Jahren

Laut Kivela sind die Zahlen aber gering und stellen kein großes Problem für die finnische Armee dar. 2003 wurden 26.000 finnische Männer einberufen, neun Prozent wurden aus medizinischen Gründen freigestellt.

Nach drei Jahren müssten die Wehrdienstpflichtigen wiederkommen und würden neu überprüft, so Kivela.

Andere Länder dürften die gleichen Probleme habe, doch Finnland sei das erste Land, das diese auch zugibt, meint Kivela.

In Finnland nutzen mehr als 44 Prozent der 5,2 Millionen Einwohner täglich das Internet.