Intel-Aktie trotzt schlechten Nachrichten
Die Nachricht von heute, dass Intel den Launch des 4-Gigahertz-Prozessors um mindestens ein Quartal verschieben muss, hat die Börse völlig kalt gelassen.
Am Freitag Nachmittag notierte das Papier des weltgrößten Chipherstellers praktisch unverändert, wie so oft waren die Nachrichten bereits in den vorangegangenen Kursbewegungen einberechnet.
Die Angaben Intels, dass diese Verschiebung notwendig sei, um auch sicher eine ausreichende Menge zum Produktlaunch anbieten können, entsprechen freilich nur der halben Wahrheit.
Verschiebung stabilisiert Preise
Die mäßigen Ausblicke vieler Chip-Produzenten für 2005 sind
bekanntlich darauf zurückzuzuführen, dass die Lager der
PC-Hersteller bis auf weiteres gut bestückt sind. Daraus resultiert
ein zögerlicher Eingang an Bestellungen, zumal die PC-Hersteller auf
fallende Preise hoffen. Die Verschiebung des Roll-Outs der neuen
Pentium 4 wirkt einer derartigen Politik des Abwartens entgegen und
hilft, die Preise stabil zu halten.
Pentium 4 mit vier GHz kommt erst 2005Verzögerungen mit Tradition
Vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, dass Intel lieber riskiert, einen Produktlaunch zu verschieben, als die Preise weiter unter Druck zu setzen.
Im vergangenen Monat hatte sich das Image des führenden Chipbäckers zahlreiche Kratzer eingefangen.
Bereits Prescott und Dothan, die Flagschiffe des Konzerns für den Desktop- bzw. Notebook-Bereich, sind mit Verzögerungen auf den Markt gekommen.
Auch ein Chipset für Notebooks mit dem Code-Namen Alviso ist auf nächstes Jahr verschoben worden. Intel hatte darüber hinaus bei verschiedenen Chips damit zu kämpfen, eine ausreichende Menge zum Roll-Out bereit zu stellen.
Mitte Juli hatte Intel die Halbleiter- und IT-Märkte belastet. Zwar konnte der Gewinn im zweiten Quartal 2004 verdoppelt werden, Intel überraschte Analysten jedoch mit der Reduzierung seiner Bruttogewinnmargen-Prognose aufgrund eines deutlichen Inventaranstiegs. An den internationalen Märkten insgesamt gerieten daraufhin die Technologietitel erheblich unter Druck.
Intel belastet IT-MärkteDer Dreimonatskurs der Intel-Aktie widerspiegelt die Produkt- bzw. Preispolitik des Chipriesen.
Der Intel-Chart
