Kein schneller Steuerentscheid erwartet
Der Mobilfunkkonzern Vodafone erwartet keine schnelle Entscheidung der deutschen Steuerbehörden zu den umstrittenen Milliardenabschreibungen auf den Wert von Mannesmann.
"Es wird sicherlich - bis es da zu konkreten Ergebnissen kommt - noch einige Zeit dauern", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung Vodafone D2 Jürgen von Kuczkowski, am Montag. "Es wird eine Betriebsprüfung geben, die ganz nüchtern, sachlich die Werte verifiziert. Und dann werden wir weitersehen."
Der Deutschland-Chef des britischen Konzerns verteidigte die Abschreibungspraxis, die Anfang Juni eine heftige öffentliche Debatte ausgelöst hatte.
"Gesetzlich verpflichtet"
"Wir sind gesetzlich verpflichtet, eine solche Abschreibung
vorzunehmen, wenn sich die Firmenwerte anders darstellen", sagte von
Kuczkowski. Andernfalls würde er eine Aktionärsklage wegen Untreue
riskieren, wenn die gesetzlichen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft
würden.
Vodafone will keine Steuern mehr zahlenJahrzehntelang keine Steuern
Vodafone hatte den Wert der Mannesmann-Aktien in der Steuererklärung für das Jahr 2001 um insgesamt 50 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Auf diesen Betrag wurde 2002 eine Teilwertabschreibung beantragt.
Sollte sich Vodafone mit diesem Verfahren durchsetzen, würde der Mobilfunkkonzern in Deutschland den Angaben zu Folge auf Jahrzehnte keine Steuern mehr zahlen müssen.
Vodafone hatte Mannesmann vor viereinhalb Jahren im Zuge eines Aktientausches übernommen.
