Mobiltel-Kauf erst 2005
Die börsenotierte Telekom Austria [TA] führt für die geplante Südosteuropaexpansion derzeit "selektive Gespräche" mit den Eigentümern der bulgarischen Handyfirma Mobiltel über einen Mehrheitseinstieg.
Mit konkreten Verhandlungen sei in den nächsten Wochen, voraussichtlich ab September, zu rechnen, so TA-Generaldirektor Heinz Sundt . "Ich rechne bei positivem Verlauf mit einem Closing aber eher im Jahr 2005 als 2004", sagte Sundt.
Die TA werde sich in den nächsten Wochen den aktuellen "Marktstatus" der Mobiltel ansehen, berichtete Sundt. Die TA sei bei den Verhandlungen aber "nicht unter Zeitdruck".
Betreiber nimmt "gute Entwicklung"
Zu dem von Analysten häufig vorgebrachten Einwand, dass die
Mobiltel vor Monaten noch billiger zu haben gewesen wäre, meinte
Sundt: "Natürlich wird ein Unternehmen wie die Mobiltel mit hohem
Marktwert nicht weniger wert geworden sein". Der Handynetzbetreiber
nehme jedenfalls eine gute Entwicklung.
Mobiltel für 1,2 Milliarden Euro verkauftMobiltel bereits verkauft
Der bulgarische Mobilfunkbetreiber, der bisher österreichischen Investoren um den Industriellen Josef Taus und die BAWAG gehörte, war Anfang Juli um 1,2 Mrd. Euro zu 100 Prozent an ein aus Altaktionären und Finanzgesellschaften bestehendes Konsortium verkauft worden.
Die TA hatte bereits Anfang Oktober 2003 für die Mehrheit der Mobiltel ein Angebot gelegt, die Gespräche über einen Einstieg dann aber im Spätherbst abgebrochen, weil die Mobiltel-Eigentümer nach TA-Informationen damals nur eine Minderheitsbeteiligung verkaufen wollten.
Die Mobiltel ist Marktführer am bulgarischen Handymarkt und betreut rund 2,7 Mio. Kunden. Der Marktanteil bei Kunden beträgt 68 Prozent, gemessen an den Gesprächsminuten 80 Prozent. 2003 wurde mit 2.170 Mitarbeitern ein Umsatz von 432 Mio. Euro und ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen [EBITDA] von 272 Mio. Euro erzielt.
