22.07.2004

WIRE & LESS

Drahtloses USB im Endspurt

Der Chipkonzern Intel und mehrere anderen Hersteller wollen den PC-Verbindungsstandard USB [Universal Serial Bus] drahtlos machen.

Seit der offiziellen Präsentation im Februar dieses Jahres hat sich bereits einiges getan, Prototypen wurden gebaut, Ziele anvisiert. Der neue Standard soll "Wireless USB" heissen und eine schnelle, drahtlose Verbindung zwischen Computern und Peripherie bieten.

USB wird als Verbindung zwischen Druckern, Digicams, Scannern einerseits und dem Computer andererseits bereits in mehreren hundert Millionen Geräten weltweit genutzt. Auch in Handys, Gamesystemen und Handhelds wird der Standard eingesetzt. Im Jahr 2006 sollen bereits 3,5 Milliarden Geräte mit USB-Interface ausgestattet worden sein.

Chipsatz um zehn USD

Mitte Mai trafen sich die potentiellen Wireless-USB-Vertreter in Kyoto, um gemeinsam die künftigen Richtlinien festzulegen. Seitdem haben vor allem die unabhängigen Hersteller bereits einige Prototypen gebaut und Preisspannen festgesetzt. Wenn alles glatt geht, soll der neue Standard im Jahr 2005 international freigegeben werden.

Einige Hersteller setzen bereits aggressive Ziele. "In der Anfangsphase werden wir bereits einen Chipsatz um rund zehn USD und ein komplettes Modul mit Verstärker und Antenne um 20 USD anbieten", meint ein Vertreter von Wisair, einem israelischen Fertigungsunternehmen.

Generell haben sich die Hersteller in Kyoto darauf geeinigt, die Wireless-USB-Adapter gleich teuer oder billiger als die ersten Bluetooth-Geräte anzubieten. Auch die Dimensionen der Produkte sollen herkömmlichen Geräten ähneln - PC-Card-Grösse für Laptops, USB-Adapter-Grösse bei PCs.

Herausforderung für Antennenproduzenten

Doch die WLAN-Adapter haben sich seitdem stark entwickelt, sodass der Stromverbrauchsvorteil nur mehr gering ist. Auch künftig, erwarten Experten, wird der Stromverbrauch der aktuellen Wireless-USB- und WLAN-Technologien in gleichem Maße sinken.

Wireless USB stellt nicht nur für die Chiphersteller, sondern auch für die Antennenproduzenten eine große Herausforderung dar. Der Standard funkt in einem Frequenzband zwischen drei und fünf Gigahertz, gleichzeitig müssen die Abmessungen der Antennen möglichst klein bleiben. Mit der Entwicklung neuer Formen und dem Einsatz von Keramikwerkstoffen ist es den Herstellern gelungen, bei kleinen Abmessungen dennoch die geforderten Datenraten zu erreichen.

Die Masse an Chipsets und Modulen im Prototypstadium soll laut Schätzung von Texas-Instruments-Experten zwischen März und April 2005 erreicht werden. Kurz danach könnte die Auslieferung der ersten Consumer-Produkte beginnen.