USB wird drahtlos
Der Verbindungsstandard USB [Universal Serial Bus] soll nach dem Willen Intels spätestens im nächsten Jahr drahtlos werden.
USB wird als Verbindung zwischen Druckern, Digicams, Scannern einerseits und dem Computer andererseits bereits in mehreren hundert Millionen Geräten weltweit genutzt. Auch in Handys, Gamesystemen und Handhelds wird der Standard eingesetzt. Im Jahr 2006 sollen bereits 3,5 Milliarden Geräte mit USB-Interface ausgestattet worden sein.
Daher liegt es nahe, den weit verbreiteten Standard auch drahtlos auszuführen. Der neue Standard mit dem Namen "Wireless USB" wurde offiziell auf dem Intel Devolper Forum 2004 im Februar vorgestellt.
Schneller als WLAN
Eine der herausragendsten Merkmale von Wireless USB ist dessen
Geschwindigkeit. Bei einer Distanz von bis zu drei Metern wird die
volle USB-2.0-Geschwindigkeit von 480 Megabit pro Sekunde erreicht.
Zum Vergleich: aktuelle Wireless-LAN-Vernetzungen erreichen maximal
elf oder 54 Megabit pro Sekunde.
"Wireless FireWire" freigegebenDie Datenrate sinkt freilich mit zunehmendem Abstand. Bei zehn Metern beträgt sie aber immer noch 110 Megabit pro Sekunde.
Mit Wireless USB soll vor allem die Abwärtskompatibilität gewährleistet sein. Bestehende Geräte und PCs benötigen keine neuen Treiber; es wird einfach ein Wireless-Modul an die entsprechenden USB-Ports gesteckt. Der PC erkennt dabei gar nicht, dass die Übertragung nicht via Kabel, sondern drahtlos von statten geht.
Die Wireless USB Promoter Group, ein Zusammenschluss von Firmen, die den neuen Standard durchsetzen wollen, hat die Veröffentlichung des Entwurfs zu Wireless USB 0.9 für das zweite Quartal 2004 angesetzt. Der finale Standard soll bis Jahresende beschlossen werden. Erste Geräte sollen dann im Jahr 2005 auf den Markt kommen.
Hinter Wireless USB steht eine Übertragungstechnik namens Ultra Wideband [UWB], ein Standard, der ursprünglich für das Militär entwickelt wurden. Im Februar 2002 jedoch hob die Regulierungsbehörde FCC das Verbot für einen zivilen Einsatz auf.
Niedrige Preise
Der Vorteil von UWB ist, dass trotz Datenraten von bis zu einem
Gigabit pro Sekunde nur Sendestärken von einigen hundert Milliwatt
benötigt werden. Ein weiteres Plus ist die Tatsache, dass die
entsprechenden Chips mit Standard-CMOS-Technologie gefertigt werden
können, was die Preise niedrig hält.
Intel vergibt "Entwicklungsgelder"Intel schart treue Partner um sich
Die Wireless USB Promoter Group besteht aus prominenten Unternehmen - Intel, Microsoft, NEC, Agere, HP, Philips Semiconductors und Samsung. Auf ein langwieriges Einladen verschiedenster Unternehmen hat Intel gleich verzichtet und im Hinblick auf eine rasche Durchsetzung des Standards vorerst nur seine treuesten Partner eingeladen.
Dieselbe Taktik wurde 1995 mit Erfolg bei der Einführung des USB-Standards verfolgt.
