Eigene Open-Source-Lizenz für Frankreich
Das staatliche Zentrum für Wissenschaftliche Forschung [CNRS], das nationale Forschungsinstitut für Informatik und Automatisierung [INRIA] und die französische Atomenergiekommission (CEA) haben eine eigene französische Lizenz für freie Software entwickelt.
CeCILL ist zwar an die GPL [General Public License] angelehnt, soll aber die Lücken schließen, die zwischen französischem und US-amerikanischem Recht für Open-Source-Software klaffen.
Im Gegensatz zu angelsächsischem Recht dürfen französische Anbieter zum Beispiel eine Haftung für ihre Produkte nicht komplett ausschließen.
CeCILL umgeht dieses Problem, indem explizit festlegt wird, dass veröffentlichte Software nur für fachkundige Anwender gedacht ist. "Durch diesen Umweg können Softwareentwickler ihre Verantwortung gemäß französischem Recht einschränken", erklärte Gerard Giraudon vom INRIA.
Während sich München nun endgültig für einen Umstieg auf Open Source entschieden hat, mehren sich entsprechende Meldungen aus anderen Städten.
Regierungen setzen vermehrt auf LinuxSoftware wie Kunst und Literatur
Französisches Recht behandelt Software im Gegensatz zum US-amerikanischen wie Kunstwerke und Literatur.
Anders als bei diesen liegt das Copyright jedoch bei dem Unternehmen, das die Entwicklung bezahlt hat. Auch das ist bei CeCILL berücksichtigt worden.
CeCILL vermischt veröffentlichte Software dahingehend, dass Software, die auf der CeCILL-lizenzierten Software basiert, unter gleichen Bedingungen bereitgestellt werden muss.
CeCILL-Software darf aber auch in GPL-basierende Produkte übernommen werden. Derivate Werke müssen hingegen wieder unter GPL gestellt werden. Es sollen auch weitere, an das französische Recht angepasste, Open-Source-Lizenzen folgen.
