07.07.2004

PER MAIL

Microsoft-Chef Ballmer will Moral stärken

In einer internen E-Mail hat Microsoft-Chef Steve Ballmer an die Moral der Mitarbeiter des Unternehmens appelliert.

Anlässlich des Beginns des neuen Finanzjahrs [per 1. Juli] ruft Ballmer die MS-Mitarbeiter auch dazu auf, den Kunden die Vorzüge neuer Windows- und Office-Versionen ans Herz zu legen.

"Wir müssen daran arbeiten, eine Reihe von Wahrnehmungen der Kunden zu ändern, inklusive der Ansicht, dass alte Versionen gut genug sind und Microsoft nicht ausreichend auf Sicherheit fokussiert ist."

Als Marktführer trage der Hersteller Verantwortung und Ballmer ruft zum verstärkten Einsatz auch gegen die Konkurrenz durch das freie Betriebssystem Linux auf, auch in Hinsicht auf den Windows-Nachfolger Longhorn.

Microsofts Vorzüge

Longhorn sei ein signifikanter Schritt nach vorne und es gebe noch viel Arbeit, um das neue Betriebssystem mit der richtigen Leistungsfähigkeit auszuliefern. In der Zwischenzeit gebe es Tablet-PCs, Digital Media, neue Sicherheitsfeatures in Windows XP und neue Möglichkeiten in Office, um die Kunden zu verblüffen, so Ballmer weiter.

Ballmer bezog sich auch auf die laufenden Kampage "Get the Facts", in welcher der Hersteller die Vorzüge seiner Produkte gegenüber Open Source hervorstreicht. Das müsse sich durch alle Bereich durchziehen, damit die Kunden die Arbeit Microsofts erkennen und schätzen lernen.

Die letzte Version seiner Server-Software [Windows Server 2003] könne Microsoft jederzeit und in allen Anwendungsgebieten von Linux und Unix konkurrieren, auch bei Mainframes und Hochleistungsrechnern, zu geringeren Kosten und effizienter sowie verlässlicher, so Ballmer weiter.

Sinkende Mitarbeitermoral

Bezug nehmend auf die offenbar verschlechterte Moral der Mitarbeiter durch die Kürzungen der Sozialausgaben führt Ballmer die dennoch erwartete Steigerung der Mitarbeiterkosten um sechs Prozent in diesem Jahr an.

Es seien auch substanziellere Einschränkungen überlegt und wieder verworfen worden, so Ballmer weiter. Er versprach aber Gehaltserhöhung im Rahmen der Inflationsanpassung und Beförderungen für ein Fünftel der Mitarbeiter.

Auf die offensichtliche Frage von Seiten der Angestellten, warum die 56 Milliarden Dollar Bargeld des Unternehmens nicht für die Aufrechterhaltung der Sozialleistungen verwendet werden, meinte Ballmer, dass dies die Profite und damit den Aktienkurs reduzieren würde. Das Geld gehöre den Aktieninhabern, und Microsoft müsse entweder in neue Möglichkeiten investieren oder den Aktienbesitzern ihr Geld zurückgeben.

Im laufenden Geschäftsjahr wolle Microsoft eine Mrd. Dollar an laufenden Kosten einsparen, so Ballmer weiter. In den vergangenen Jahren seien die Ausgaben schneller gewachsen als die Umsätze. Die Kosteneinsparung soll aber ohne Kündigungen über die Bühne gehen, beruhigte Ballmer. Microsoft könne "Hunderte Mio. Dollar" einsparen, wenn es die internen Prioritäten, insbesondere im Bereich Werbung und Marketing, verbessert.