Betrüger kassierte für Porno-Site-Besuch
Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat einen Fall von Netzkriminalität mit bis zu 30.000 Geschädigten aufgedeckt.
Tausenden Internet-Surfern waren jeweils 69,95 Euro für den angeblichen Besuch von Web-Seiten mit erotischem Inhalt in Rechnung gestellt worden.
Nachdem bereits mehr als 1.500 einzelne Anzeigen eingegangen waren, durchsuchten Beamte von Kripo und Staatsanwaltschaft am Montag Büros und Wohnungen in Hamburg, Frankfurt und Karlsruhe. Dabei wurden 80 Computer und weitere Beweismittel sichergestellt.
Der Gewinn der Betrüger wird auf bis zu zwei Millionen Euro geschätzt, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Martin Köhnke am Dienstag.
Die Ermittler gehen davon aus, dass das Hamburger Unternehmen und eine weitere Firma insgesamt 150.000 Rechnungen verschickt haben.
AK fordert stärkeren Schutz vor DialernGefälschte Beweismittel
Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatten die Betrüger einen so genannten Dialer eingesetzt, der die Telefonnummern von Internet-Nutzern ausforschte.
Klickten diese einen bestimmten Werbebanner an, öffneten sich gleich mehrere Seiten, die auch das Laden des Dialers bewirkten.
Wenige Tage später erhielten die überraschten Surfer eine Rechnung für den einmonatigen Zugang zu einer Porno-Seite.
Dabei fälschten die Betrüger auf technischem Wege Beweismittel, die die Polizei irreführten und den Eindruck erweckten, das Opfer habe sich tatsächlich in eine Porno-Seite eingewählt.
