29.06.2004

VISION

Nach Gratis-Handys auch Gratis-Autos

Neben der Offenlegung des Quellcodes hat Sun mit Java noch weitaus mehr vor. Nach Handys soll Java nun auch in Autos zur führenden Plattform werden.

Bei der JavaOne-Konferenz erklärte Sun-Chef Jonathan Schwartz, dass er bereits erste Gespräche mit der Automobilindustrie über den 3,5 Milliarden Dollar schweren Markt für Handy-Klingeltöne geführt habe.

Er könne sich durchaus vorstellen, dass es beispielsweise auch für Autos neue Huptöne zum Herunterladen geben könne.

Schwartz glaubt, dass das Konzept der Gratis-Handys auch auf den Automobilmarkt passen könnte. Ein Finanzchef eines Automobilherstellers habe ihm bereits gesagt, dass seine Firma Autos gratis hergeben würde, wenn sich der Kunde im Gegenzug dazu verpflichtet, monatlich 220 Dollar für ein Abonnement für Services zu zahlen.

Unterschätztes Potenzial

Schwartz fügte hinzu, dass Analysten und die Wall Street das Potenzial von Handy-Klingeltönen und anderen Services neben der Sprachtelefonie unterschätzt hätten. Bis dato seien 350 Millionen Java-Handys ausgeliefert worden, der Markt für Handyspiele mache derzeit rund drei Milliarden Dollar aus.

Sun hofft, indirekt vor allem Geld aus diesen Services zu lukrieren, vor allem durch den Verkauf von Servern, Software und eigenen Diensten. Als Hauptmarkt werden die Mobilfunkprovider gesehen.

Die Infrastruktur der Provider sei nicht nur auf Services für Handys limitiert, sie könnten auch Set-Top-Boxen, Autos und Parkuhren bedienen, so Schwartz. Vodafone, einer der größten Mobilfunker, habe eine eigene Gruppe, die sich Möglichkeiten auf dem Automarkt ansehe, so ein Mitarbeiter von Sun.