23.06.2004

BOX & GO

Lkw-Mautsystem wird vereinfacht

Nach Frächter-Protesten müssen Fahrer ab 1. Juli nicht mehr melden, wenn auf Grund von technischen Problemen die automatische Maut-Abbuchung fehlgeschlagen ist.

Stattdessen wird die ASFINAG künftig von sich aus die Nachverrechnung einleiten. Die Mitwirkungspflicht des Fahrers wird damit weitgehend aufgehoben.

Bisher musste der Fahrer jedes Mal beim Durchfahren eines Mautbalkens darauf achten, ob das Mautgerät [GO-Box] im Fahrzeug die Abbuchung mit einem Signalton bestätigte.

Blieb der Signalton aus, war der Frächter bisher dazu verpflichtet, die Abbuchungsprobleme binnen fünf Stunden oder 70 Kilometern bei der nächsten Vertriebsstelle oder binnen 30 Minuten via Handy zu melden. Ansonsten wurde dem Frächter eine Ersatzmaut von 220 Euro verrechnet.

Probleme im Promillebereich

Künftig muss sich der Fahrer nur noch melden, wenn die Abbuchungsprobleme von ihm selbst verursacht wurden - etwa, wenn die GO-Box falsch montiert wurde, der Lenker die falsche Mautkategorie eingestellt hat, seine Kredit- oder Tankkarte gesperrt worden ist oder bei Prepaid-Boxen während der Fahrt das Guthaben ausläuft.

Die Frächter hatten erst in der Vorwoche kritisiert, dass zahlreiche Mautbalken Probleme verursacht hätten und dass die Fahrer durch die Mitwirkungspflicht überfordert gewesen seien. Die ASFINAG wies die Kritik an der Technik erneut zurück.

Die Änderung sei vielmehr deshalb notwendig geworden, weil das System weit besser funktioniere als ursprünglich erwartet. Die Probleme lägen im Promillebereich, die Zahl der Mautpreller sei mit zwei Prozent "erfreulich gering", so die ASFINAG.