"Geruhsame Zeiten der Siemens-Familie"
Mit Flugblattaktionen und Kundgebungen vor Werkstoren und in Innenstädten haben am Freitag mehrere tausend Siemens-Beschäftigte gegen die geplante Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland protestiert.
Redner der IG Metall, die zu den Aktionen aufgerufen hatte, sprachen vom Ende der "geruhsamen Zeiten der Siemens-Familie". Die IG Metall werde gemeinsam mit den Beschäftigten des Elektrokonzerns künftig eine härtere Gangart einschlagen.
Bereits am Vormittag hatten sich in Hamburg Beschäftigte der dortigen Siemens-Niederlassung zu einer Kundgebung versammelt. An Protesten an den Standorten Nürnberg und Erlangen nahmen nach Augenzeugenberichten mehr als 1.000 Siemens-Beschäftigte teil. Für Mittag waren Aktionen in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg geplant.
Siemens hatte gedroht, 5.000 Arbeitsplätze zu streichen oder ins Ausland zu verlagern. In Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern werden derzeit Lösungen zur Kostensenkung in deutschen Werken gesucht. Bei Gesprächen Anfang Juni näherten sich die Parteien an. Siemens will längere Arbeitszeiten bei gleicher Entlohnung. Betroffen seien hauptsächlich die Handy-Sparte, die Trafo-Herstellung und die Automatisierungstechnik.
2.000 Siemens-Arbeitsplätze unrettbar
