Berlusconi ruft per SMS zum Wählen auf
Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat die Italiener mittels SMS aufgerufen, am Samstag und Sonntag für die EU- und Kommunalwahlen zu wählen.
57 Millionen SMS wurden am Donnerstagabend im Auftrag des Ministerpräsidenten verschickt.
Darin wurden die Italiener aufgefordert, am Samstag zwischen 15.00 und 22.00 Uhr und am Sonntag von 7.00 bis 22.00 Uhr wählen zu gehen.
Auch in Österreich greifen die Parteien immer öfter für den Aufruf zum Urnengang auf den Versand von Massen-SMS zurück. Zuletzt warb die ÖVP für ihre Bundespräsidenten-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner. Auch Heinz Fischer soll zum Werbemittel SMS gegriffen haben. Ob auch dieses Wochenende mit einer SMS-Flut zu rechnen ist, ist bisher nicht bekannt.
SMS-Flut zur Bundespräsidenten-WahlDie SMS-Kampagne Berlusconis löste erzürnte Reaktionen in der Opposition aus.
"Berlusconi hat auf schädliche Weise die Privatsphäre der Italiener verletzt. Wir protestieren gegen die Medienoffensive des Premiers", so die Spitzenkandidatin des Mitte-Links-Bündnisses, die Südtiroler Starjournalistin Lilli Gruber.
Das Büro des italienischen Ministerpräsidenten bestritt, dass die SMS-Aktion eine Kampagne zu Gunsten Berlusconis sei. "Wir wollten einfach die Italiener an den Urnengang erinnern und die Öffnungszeiten der Wahllokale mitteilen", rechtfertigten sich Berlusconis Mitarbeiter.
