07.06.2004

CHIPS

Nachfrageanstieg bei Smartcards erwartet

Der Chiphersteller Infineon rechnet mit einem kräftigen Anstieg beim Bedarf an Halbleitern für so genannte Smartcards.

Durch die Einführung neuer Pässe und Kreditkarten werde es für die Plastikkarten mit den intelligenten Speicherbausteinen eine deutliche Belebung der Nachfrage geben, sagte Axel Deininger, Chipkartenspezialist bei Infineon, am Montag.

Infineon ist mit einem Marktanteil von 37,1 Prozent nach Angaben des Marktforschungsinstituts Frost & Sullivan weltweit Marktführer in diesem Segment.

"Auf Grund gestiegener Sicherheitsanforderungen gehen sowohl Europa als auch die USA in Richtung höherer Technikanforderungen", sagte Deininger. Reisepässe mit integrierten Chips, die gegen Fälschungen geschützt sind und zusätzliche Informationen speichern können, rücken deshalb immer mehr ins Blickfeld.

1,4 Mrd. USD umgesetzt

Auch die geplanten Änderungen der Haftungsvorschriften etwa bei Fälschung oder Verlust werde die Attraktivität der Smartcards in den Augen der Kreditanstalten steigern. Wenn statt der Kreditkartenunternehmen die Banken haftbar gemacht werden, werden diese zunehmend auf die sichereren Smartcards mit Mikrocontrollern umstellen, zeigte sich Deininger überzeugt.

Das Geschäft mit den Chipkartenbausteinen sei seit den 80er Jahren im Wesentlichen durch Projekte wie Telefonkarten, die Einführung der Geld- oder Krankenversichertenkarte sowie den Einsatz in Handys [SIM-Karten] getrieben worden.

Infineon macht nach eigenen Angaben rund 6 bis 8 Prozent seines Umsatzes mit den kleinen Chipkarten-Bausteinen. Weltweit wurden 2003 nach Erhebungen von Frost & Sullivan rund 1,4 Milliarden USD in diesem Segment umgesetzt.