Europas Hunger nach frischen Chips
WLAN-Boom, Kamerahandy-Mania und allgemeiner Aufschwung haben Europa wieder hungrig nach neuen Chips gemacht, die steigende Nachfrage wirkt sich in Prduktionssteigerungen aus.
Das Geschäft in der lange Zeit defizitären Mobilfunk-Sparte des Münchner Chipherstellers Infineon läuft wieder rund.
Die Werke seien voll ausgelastet und die Kapazitäten würden laufend erweitert, sagte der Chef des Bereichs "Sichere Mobile Lösungen" dem "Handelsblatt".
Zudem nutze das Unternehmen die Fabriken von Auftragsfertigern, Ziel sei es nun, über längere Zeit eine zweistellige Rendite zu erwirtschaften.
Der Mobilfunk ist nach der Speichersparte der wichtigste Bereich von Infineon und erwirtschaftete im letzten Quartal mit 461 Mio. Euro mehr als ein Viertel des Konzern-Umsatzes.
Fünfter Rang weltweit
Im Zusammenhang mit den Spekulationen über eine Abspaltung der
Speicherchip-Sparte wurde auf Synergien zwischen dem Speicherbereich
und Mobilfunk-Chips. Teure Fertigungsanlagen könnten dadurch länger
ausgelastet werden. Infineon ist Nummer fünf unter den Chip-Bäckern
weltweit.
Infineon erhielt erst kürzlich einen neuen ChefIntels zwei Milliarden für Irland
Intel wird weitere zwei Milliarden USD [1,67 Mrd. Euro] in seine Chip-Anlagen in Irland investieren. Die Milliardeninvestitionen erfolgen im Rahmen eines Abkommens mit der irischen Entwicklungsbehörde IDA [Irish Development Authority]
Das Unternehmen will eine neue Anlage "Fab 24-2" in seinem irischen Standort Leixlip einrichten und eine existierende Anlage ebenfalls für die so genannte 65-Nanometer-Technologie auslegen.
Der Produktionsbeginn in der neuen Anlage ist für die erste Hälfte des Jahres 2006 vorgesehen.
Im Rahmen der IDA-Vereinbarung erhält Intel Zuschüsse und andere Anreize, deren Umfang der Chip- Branchenführer allerdings nicht bekannt gab. Intel hat seit 1989 bereits rund sechs Mrd. USD in Irland investiert und beschäftigt dort 4.700 Menschen
Intel versus AMD
Intel hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 83,6
Prozent aller x86-basierten Prozessoren ausgeliefert. Der in
Deutschland ansässige Rivale AMD kam auf einen Marktanteil von 14,9
Prozent.
Intel hält VorsprungSamsung rechnet mit stabilen Preisen
Auch der größte Chipproduzent Samsung rechnet mit einem anhaltenden Höhenflug bei Speicherchips.
Es wird erwartet, dass der Engpass bei DRAMs das ganze Jahr andauern wird - die Lagerbestände seien niedrig und das Angebot knapp. Dies werde dafür sorgen, dass die DRAM-Preise auch in einer schwachen Saison stabil bleiben.
Bereits seit Anfang des Jahres sind die Preise für Speicherchips im ständigen Aufwärtstrend.
