Neuer Verdacht bei TA-Aktienoptionen
Bei den umstrittenen Aktien-Transaktionen um das Telekom-Austria-Optionsprogramm haben offenbar nicht nur wegen der Großorder über zehn Millionen Euro in der spielentscheidenden Schlussauktion am Abend des 26. Februar die Warnlichter an der Börse geleuchtet:
Im Ringen um die Millionenprämien für TA-Manager ist es laut "Presse" [Freitag-Ausgabe] zu einem "Match" zweier gegeneinander agierender Banken gekommen.
In der entscheidenden Beobachtungswoche für das Optionsgeschäft kam es laut Bericht zu einer ganzen Reihe von auffälligen Kursbewegungen.
Offenbar habe es ein "Match" zwischen zumindest zwei Banken gegeben, von denen eine den Kurs unter die Ausübungsschwelle drücken, die andere den Kurs unbedingt darüber halten wollte.
Demnach habe die Finanzmarktaufsicht [FMA] nicht nur die Transaktion der Euro Invest auf Kursmanipulation untersucht, sondern auch die gegenläufigen Transaktionen der vorangegangenen Tage. Aber auch in diesen Fällen habe es nach der geltenden Rechtslage keine Kursmanipulation gegeben.
Privatbank wegen TA-Prämien im VisierEuro Invest bestätigt Transakation
Johann Wanovits, Vorstandschef der Euro Invest Bank, hat bestätigt, dass sein Haus in der Schlussauktion eine "Transaktion" in Telekom-Austria-Aktien durchgeführt hat.
Er wehrt sich jedoch gegen Vorwürfe, sein Institut wolle den eigentlichen Auftraggeber nicht nennen. "Wir haben der Finanzmarktaufsicht sofort alle Belege übergeben, es sind keine Belege verschwunden, der Finanzmarktaufsicht ist der Auftraggeber der Transaktion bekannt", so Wanovits.
Gegen die kleine Wiener Bank, die ausschließlich für Banken und Fonds tätig ist, wird wie berichtet wegen "Schädigung des Rufs der Wiener Börse" ermittelt. Ursprüngliche Ermittlungen wegen "Kursmanipulation" waren eingestellt worden.
"Nach der derzeitigen Rechtslage liegt keine Manipulation vor", so ein FMA-Sprecher. "Nach der ab Oktober geltenden neuen Rechtslage wäre es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Manipulation gewesen."
