Privatbank wegen TA-Prämien im Visier
Im Fall auffälliger Transaktionen mit Telekom-Austria [TA]-Aktien im Februar 2004 ermittelt die Finanzmarktaufsicht [FMA] nun laut "Standard" gegen eine "kleine Wiener Privatbank".
Diese wird des Tatbestands der "Schädigung des Ansehens der Wiener Börse" verdächtigt.
Durch eine Großorder über 908.955 Aktien in der Schlussauktion - eineinhalb Mal so viele Aktien wie im restlichen Tagesverlauf - im damaligen Gegenwert von 10,7 Mio. Euro war der TA-Aktienkurs am 26. Februar über die für das Aktienoptionsprogramm relevante Kursschwelle von 11,70 Euro gesprungen.
So konnten mehr als hundert TA-Manager aus ihrem Aktienoptionsprogramm eine neun Mio. Euro schwere Prämie lukrieren.
Keine Preismanipulation
Den TA-Managern werde kein Vorwurf gemacht, so FMA-Chef Kurt
Pribil diese Woche: "Es gibt keine Hinweise darauf, dass das
Management in die Abläufe am 26. Februar in der Schlussauktion
involviert gewesen ist."
Kein Nachspiel für Aktienoptionen-Deal"Es ist unser Job, mit Aktien zu handeln"
Es handle sich um eine kleine, im Besitz ihres Vorstandes stehende Wiener Privatbank, die laut ihrem Eigentümer "ausschließlich für institutionelle Kunden mit Wertpapieren an der Wiener Börse handelt". In der "Presse" wird die "Euro Invest" genannt.
Der in die Causa insolvierte Banker wollte laut "Standard" "zu Gerüchten keine Stellung nehmen".
Auf die Frage, ob er am besagten Tag in größerem Stil mit TA-Aktien gehandelt habe, sagte er der Zeitung: "Es ist unser Job, mit Aktien zu handeln. Wir machen auch Blocktrades für unsere Kunden."
Sollte es tatsächlich zu einem rechtskräftigen Strafbescheid gegen den kleinen Wiener Privatbanker kommen, könnte der vorübergehend von der Wiener Börse ausgeschlossen werden. Zudem droht eine Höchststrafe von 20.000 Euro.
"Nichts so Tragisches"
Derzeit sei der Mann noch ganz locker, heißt es in dem Bericht.
Unabhängig vom Anlassfall halte er so ein Verwaltungsstrafverfahren
der Finanzmarktaufsicht wegen Schädigung des Ansehens der Börse für
"nichts so Tragisches".
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