26.05.2004

ABGESCHLOSSEN

Bulgarische MobilTel endgültig verkauft

Der Verkauf des bulgarischen Mobilfunkbetreibers MobilTel, der bisher österreichischen Investoren um den Industriellen Josef Taus und die BAWAG gehörte, ist unter Dach und Fach. Mit der Finalisierung des MobilTel-Verkaufs könnte die börsennotierte Telekom Austria [TA] wieder in eine Verhandlungsposition kommen.

Im Zuge des bisher größten "Leveraged Buy-out" in Zentral- und Osteuropa wurde der bulgarische Handymarktführer um 1,2 Mrd. Euro zu 100 Prozent an ein aus Altaktionären und Finanzgesellschaften bestehendes Konsortium verkauft.

Die Verträge wurden am späten Dienstagnachmittag in Paris unterzeichnet, das Closing werde Ende Juni erwartet, sagte Miteigentümer Herbert Cordt am Mittwoch.

Der Verkauf wurde durch die bulgarische Wettbewerbsbehörde bereits genehmigt.

432 Mio. Euro Umsatz im Vorjahr

2003 wurde mit 2.170 Mitarbeitern ein Umsatz von 432 Mio. Euro und ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen [EBITDA] von 272 Mio. Euro erzielt. Die Marktdurchdringung in Bulgarien betrug 2003 44 Prozent.

Weiter Interesse an der MobilTel hat die Telekom Austria. TA-Generaldirektor Heinz Sundt hatte am Dienstag betont, neuerliche Gespräche über eine Mehrheitsübernahme der MobilTel seien nach dem Abschluss des nunmehr erfolgten Deals ab Juni möglich.

"Wir sind nun offen für einen Verkauf an einen strategischen Partner", betonte auch MobilTel-Miteigentümer Cordt. Die Telekom Austria wäre dabei ein möglicher Verhandlungspartner.

Zur Finanzierung der 100-Prozent-Übernahme der MobilTel erhielt das Konsortium einen fünfjährigen syndizierten Kredit in Höhe von 450 Mio. Euro sowie einen weiteren Kredit in Höhe von 200 Mio. Euro.