Die IT-Woche im Überblick

28.10.2007

Uniqa bringt eine GPS-Autoversicherung, Al Gore besucht Wien, die österreichischen Big Brother Awards werden vergeben, und Apple bringt sein neues Betriebssystem Leopard auf den Markt. Das war die IT-Woche vom 21. bis 27. Oktober.

GPS-Autoversicherung von Uniqa

Der Versicherungskonzern Uniqa will im November eine GPS-Autoversicherung mit einem kilometer- und und straßentypabhängigen Tarifmodell auf den Markt bringen.

Über zusätzliche Sicherheitsdienste wie etwa den "Crash Sensor", der im Notfall einen Alarm an die Einsatzzentrale sendet und dort den Standort des Wagens bekanntgibt, soll das Produkt den Kunden schmackhaft gemacht werden. Datenschützer warnen vor einer Überwachung rund um die Uhr.

Microsoft akzeptiert Bußgeld

Der US-Software-Konzern Microsoft hat einen Monaten nach der aufsehenerregenden Niederlage vor dem EU-Gericht ausstehende Wettbewerbsforderungen der EU-Kommission erfüllt und seine Lizenzbedingungen an die Forderungen Brüssels angepasst.

Der Software-Riese verzichtete auch auf eine Berufung vor dem höchsten EU-Gericht gegen ein von der Kommission verhängtes Bußgeld von 497 Millionen Dollar.

Die Geldstrafe kann Microsoft ohnehin aus der Portokassa bezahlen. Im abgelaufenen Quartal verdiente der Konzern 4,29 Milliarden Dollar. Das Videospiel "Halo 3", Windows Vista und Office-Pakete bescherten dem Unternehmen aus Redmond einen Umsatzanstieg von 27 Prozent auf 13,76 Milliarden Dollar.

So blieb auch Geld für den Einstieg bei der Internet-Kontaktbörse Facebook. Für einen Anteil von 1,6 Prozent an Facebook legte Microsoft vergangene Woche rund 240 Millionen Dollar hin.

Anwaltsdatenbank mit Sicherheitsproblemen

Das Urkundensystem Archivium soll künftig die wichtigsten Urkunden österreichischer Bürger beinhalten, die eingescannt und verschlüsselt abgespeichert werden. Zum Test des Rechners empfahlen die Hersteller den über 5.000 österreichischen Rechtsanwälten, ein Client-Prüfprogramm herunterzuladen, mit dem die Systemvoraussetzungen für die Software des Urkundenarchivs überprüft werden sollten.

Der Download des Programms erfolgte jedoch unverschlüsselt und unsigniert und stellte somit eine Einladung für potenzielle Einbrecher dar. Nach einem Artikel der Futurezone, der auf die Schwachstellen aufmerksam machte, wurde das Hilfsprogramm am Mittwoch vom Netz genommen.

Razzia bei Torrent-Tracker-Site

Die britischen und niederländischen Behörden haben am Dienstag im Rahmen einer Razzia die Torrent-Tracker-Site Oink geschlossen und einen 24-jährigen Mann verhaftet, der einen Tag später jedoch wieder freigelassen wurde. Der Musikindustrieverband IFPI, der offenbar in die Ermittlungen eingebunden war, feierte die Schließung der Website, die nur auf Einladung zugänglich war, als Erfolg.

Die britischen und niederländischen Piratenparteien kritisierten hingegen das Vorgehen der Behörden und der Tonträgerindustrieverbände gegen die Online-Community.

Al Gore auf Wien-Besuch

Am Mittwoch war Al Gore, ehemaliger US-Vizepräsident, Ex-Präsidentschaftskandidat und demnächst auch Friedensnobelpreisträger, auf Einladung der mobilkom austria in Wien.

Er warnte vor einer nahenden Klimakatastrophe und lobte beim mobile.futuretalk 07 im Wiener Arsenal Internet und mobile Kommunikation als Mittel, um "die unangenehme Wahrheit" zu verbreiten.

Niederlage für One vor Handelsgericht

Der Mobilfunker One musste vor dem Handelsgericht Wien am Donnerstag eine Niederlage einstecken. One darf alte "4 zu 0"-Kunden nicht mit einem unklaren "Fair Use"-Limit knebeln und auch keine Vertragsbindung von 24 Monaten einfordern. One kündigte Berufung an.

Big Brother Awards vergeben

Bevor die Österreicher ins verlängerte Wochende aufbrachen, wurden am Donnerstag in Wien die Big Brother Awards vergeben. Neben Heinrich Frey von der Taxi-Innung, der für die Einführung von Videoüberwachung in Taxis "geehrt" wurde, gingen die "Anti-Oscars" der Informationsgesellschaft unter anderen an "Krone"-Herausgeber Hans Dichand, der einen Big Brother Award für sein Lebenswerk als "Manipulator der Republik" erhielt.

Den Publikumspreis heimste Innenminister Günter Platter [ÖVP] für die geplante Einführung des Polizei-Trojaners in Österreich ein.

Seine Kollegin, Bildungsministerin Claudia Schmied [SPÖ], war für die "Skandalkosmetik der Bildungsevidenz" für den Preis in der Kategorie Politik vorgesehen. Der Preis wurde aufgrund der jüngsten Entwicklungen nicht verliehen. Er wurde aber "in Evidenz gehalten", wie es auf der Website der Big Brother Awards hieß.

Die Gesetzesnovelle zur Bildungsevidenz passierte vergangene Woche den Ministerrat. Mehrere Punkte wurden in der Endversion zwar entschärft, der Hauptkritikpunkt, die Verknüpfung der Daten mit der Sozialversicherungsnummer bei der Statistik Austria, blieb hingegen.

Durch das Bildungsdokumentationsgesetz sollen Daten sämtlicher Schüler und Studenten gesammelt und für die Bildungsplanung verfügbar gemacht werden.

Leopard in freier Wildbahn

Am Freitag ließ schließlich Apple den Leoparden los. Das neue Apple-Betriebssystem wartet mit mehr als 300 neuen Features auf.

US-Journalisten, die die Version 10.5 von Mac OS X bereits zu Gesicht bekamen, zeigten sich - mit Abstrichen - angetan. Die Neuerungen seien zwar nicht revolutionär, ein solides System werde dadurch jedoch konkret verbessert, hieß es.