19.05.2004

DEUTSCHLAND

Spam-Flut legt Regierungs-Mailserver lahm

In Deutschland haben über eine halbe Million Spam-Mails die zentralen Mail-Rechner des IVBB [Informationsverbundes Berlin Bonn] und damit aller Ministerien und des Bundeskanzleramts nahezu lahm gelegt.

Durch die rund 510.000 unerwünschten Mails empfangen die Mitarbeiter der Regierung seit dem Wochenende ihre E-Mails oft mit mehrtägiger Verspätung.

Von ihnen versandte elektronische Post braucht mitunter länger als ein per Post verschickter Brief. "Wir sind E-Mail-mäßig völlig lahm gelegt", sagte ein Ministeriumsmitarbeiter. Ein anderer meinte ironisch, man könnte auf die Idee kommen, auf Brieftauben umzusteigen.

Ein Sprecher des zuständigen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik [BSI] bestätigte den Vorfall.

Defekt oder Attacke?

Es sei noch unklar, ob die Spam-Flut durch einen technischen Defekt oder eine gezielte Attacke zustande gekommen sei. Man sei derzeit dabei, die aufgelaufenen E-Mails abzuarbeiten.

Das gestaltet sich jedoch kompliziert. Bei den Spam-Mails handelt es sich nämlich um so genannte "Non-Delivery-Reports", das sind Meldungen über E-Mails, die aus irgendeinem Grund den Empfänger nicht erreichen konnten.

"Leider dürfen wir diese Mails aus rechtlichen Gründen nicht löschen", schreibt die IVBB unter Verweis auf den Datenschutz. Stattdessen werden die rund 500.000 Mails dem vermeintlichen Absender zugeordnet und an diesen weitergeleitet.

Laut den zuständigen Experten können die Ministerien erst am Freitag wieder mit normalen E-Mail-Verkehr rechnen.