19.05.2004

ALTERNATIV

UTA will mehr Breitband-Förderung

"Seit der Liberalisierung des Telekom-Marktes haben sich die österreichischen Unternehmen im Durchschnitt 8.000 Euro an Telefonkosten im Jahr erspart, in den Privathaushalten bis zu 390 Euro", meint der Chef des größten alternativen Telekombetreibers UTA, Günther Ofner.

Die Kosten für Festnetztelefonate im Inland seien um 75 Prozent, ins Ausland um 60 Prozent gefallen. Seit 1999 wären das in Summe Einsparungen für die Österreicher von rund fünf Mrd. Euro.

"Diese Preisreduktionen gab es nur dank Wettbewerb. Diesen gibt es aber nur in einem regulierten Markt", so Ofner. Die seiner Meinung nach unzureichende Wettbewerbsregulierung in Österreich habe aber inzwischen dazu geführt, dass die UTA Investitionen in die Infrastruktur zurückgefahren oder eingefroren habe.

"Aspro für Beinamputierte"

Einer Meinung mit der TA ist die UTA bei dem Wunsch nach mehr Förderung des Breitband-Internet-Ausbaus. Sowohl die TA wie auch die Mitbewerber hatten wiederholt die Breitband-Initiative der Regierung als "Tropfen auf dem heißen Stein" bezeichnet. Der UTA-Chef wird da noch deutlicher: "Das ist Aspro für Beinamputierte."

Seiner Meinung nach beträgt der Finanzbedarf grob geschätzt eine Mrd. Euro. Ofner fordert von der Politik die Bereitstellung der Funkfrequenzen im 3,5 GHz-Band. Diese Frequenzen seien zurzeit teilweise für UMTS vorgesehen.

Wenig Freude mit dem Mobilfunk hat die UTA bei der Preisgestaltung der Zusammenschaltungsgebühren [für die Übergabe in ein fremdes Netz]. "Würden die derzeit für jeden Mobilfunkbetreiber unterschiedlichen Zusammenschaltungsentgelte einheitlich auf das Niveau der mobilkom austria gesenkt, würden sich die UTA-Festnetzkunden pro Jahr etwa 16,8 Millionen Euro ersparen", rechnet Ofner vor.