Community sammelt für Software-Autoren
Während sich bei den Ermittlungen der deutschen Staatsanwaltschaft offenbar immer neue Hinweise auf weitere Mittäter ergeben, versucht eine Website im Netz bereits Geld für die Verteidigung des geständigen Autors des Sasser-Wurms zu sammeln.
Bis jetzt ist derart allerdings noch nicht viel zusammen gekommen, am Samstagnachmittag lag der Stand, relativ unverändert seit dem Vorabend, bei 97,15 USD. Laut Angaben soll sich der Autor damit die Zeit im Gefängnis angenehmer machen können bzw. seine Anwaltskosten bezahlen.
Die Website nimmt den Autor selbst in Schutz, der mit dem Wurm bloß einen harmlosen Warnruf losgelassen habe. Sie sehen die Schuld vor allem beim Softwarekonzern Microsoft und der mangelnden Sicherheit seiner Produkten.
Inwieweit die Website als seriös eingestuft werden kann, ist vorerst nicht auszumachen, da kein Impressum auszumachen ist und nicht klar ist, wo genau das Geld landet. Eine Anfrage dazu läuft bereits.
Support SasserWeitaus pekuniär prekärer könnte die Lage für den Autor werden, wenn einige Firmen wie angekündigt tatsächlich Schadensersatzklagen anstrengen.
Polizei sucht nach "Sasser"-KomplizenSammeln für P2P-Autor
Auch in Japan läuft derzeit eine ähnlich gelagerte Spendenaktion, die vorerst jedoch wesentlich erfolgreicher ist.
Dort wurden bis dato bereits drei Millionen Yen [rund 22.220 Euro] für die Verteidigung eines Professor gesammelt, der wegen Copyright-Verletzungen durch die von ihm entwickelte File-Sharing-Software derzeit in Haft ist. Die Aktion wurde vor allem durch Weblogs bekannt gemacht.
Der 33jährige Isamu Kaneko wurde am Montag festgenommen, weil er die japanische P2P-Software Winny entwickelt und vertrieben hat. Er wird zudem beschuldigt, dadurch zwei Männern ermöglicht zu haben, illegal Spiele und Filme über das Netz zu vertreiben, so die japanische Polizei.
Kanekos Festnahme hat im Gegensatz zu den großen japanischen Medien im Netz ein großes Echo und eine hitzige Debatte hervorgerufen. Die Kritiker werfen ein, dass man auch ein Messer dafür zur Verantwortung ziehen könnte, wenn damit jemand erstochen wird.
Kaneko drohen bei einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft sowie Strafen bis in Höhe der bereits gesammelten Summe. Dabei sind die Anwaltskosten allerdings noch nicht eingerechnet.
Winny [japanisch]"Betteln" im Cyberspace
Als bisher erfolgreichste "Cyber-Bettlerin" wurde schon vor einiger Zeit die 29-jährige New Yorkerin Karyn Bosnak mit ihrer Site "Savekaryn.com" bekannt.
Insgesamt 13.323,08 USD schickten ihr Menschen aus der ganzen Welt 2002 - zwei Drittel eines Schuldenbergs von 20.000 USD also, den Bosnak mit Einkaufstouren in den besten Boutiquen Manhattans angehäuft hatte.
Aber auch in der Poltik wurde bereits das Internet bereits dazu verwendet, um Geld zu sammeln. So versuchte der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat Howard Dean nicht nur Bürgernähe über ein laufend aktualisiertes Weblog zu halten, er sammelte auch Wahlkampfspenden über das Netz, anstatt teure Abendessen für seine Unterstützer zu sammeln.
Dean schaffte es einige Zig Millionen USD über das Netz zu sammeln. Mittlerweile gibt es spezielle Programme, die ein sicheres Spenden per Kreditkarte erlauben.
Internet revolutioniert US-Wahlkampf
