10.11.2003

ONLINE

Internet revolutioniert US-Wahlkampf

Zwar verfügen alle Bewerber um die US-Präsidentschaftskandidatur über eigene Webseiten, um die Reichweite ihrer politischen Botschaften zu erhöhen, doch die qualitativen Unterschiede sind dabei enorm.

Der aussichtsreichste Bewerber der US-Demokraten, Howard Dean, gilt bei seinem Wahlkampf als digitaler Vorreiter. Er setzt voll und ganz auf Bürgernähe via Internet.

Als erster Präsidentschaftskandidat hält er seine Wähler über ein Weblog direkt über seine Aktivitäten auf dem Laufenden und auch beim Organisieren der Wahlkampfspenden vertraut der Demokrat auf das Internet, statt teure Abendessen für seine Unterstützer zu veranstalten.

Dabei kann er mit bisher 24,1 Mio. gesammelten USD schon jetzt einen beachtlichen Erfolg vorweisen.

Meetups werden via Internet organisiert

Zudem organisiert der nicht trinkende, nicht rauchende und auch in Bezug auf Kaffee enthaltsam lebende Howard Dean regelmäßig so genannte "Meetups" via Internet, lokale Treffen von freiwilligen Helfern und Unterstützern im ganzen Land, bei denen weitere Wahlkampfstrategien diskutiert werden.

Auch die Software-Entwickler haben den wachsenden Politik-Markt längst für sich entdeckt und vertreiben spezielle Programme wie etwa den "Online Fundraiser" von PoliticsOnline, die ein sicheres Spenden per Kreditkarte erlauben.

Pro Zahlungsvorgang werden dabei 10 Prozent des Betrages als Gebühren fällig.

Der Betrag wird dabei nicht über den Umweg der Kreditkartengesellschafft verrechnet, sondern gleich direkt auf das Politiker-Wahlkampfkonto überwiesen.

Spart Kosten und bindet Wähler ein

Die Organsiation des Wahlkampfes online spart zudem einiges an Zeit und Kosten.

Mitarbeiter finden auf der Website von Dean viele Ressourcen wie etwa Vordrucke von Wahlkampfbriefen, ein umfangreiches Audio-, Video- und Fotoarchiv, Flugblätter und Poster, Namensschilder, Anwesenheitslisten und vieles mehr.

Auch die Interaktion mit den Wählern wird fortgesetzt. Zur Zeit wird mittels Umfrage eruiert, mit wieviel Spendenaufkommen der Demokrat noch rechnen kann.