06.05.2004

DOWNLOAD

Weniger Raubkopien im Netz

Die teilweise recht aggressiven Aktionen gegen Raubkopierer von Filmen und Musik zeigen nach Branchenangaben bereits Wirkung.

"Im Internet herrscht regelrecht Materialflaute. Die Angebote aktueller Kinofilme im Internet habe sich nahezu halbiert", sagte die Geschäftsführerin der deutschen "Zukunft Kino Marketing", Elke Esser, am Donnerstag.

Im März waren beispielsweise in Deutschland bei der bisher weltweit größten Razzia 800 Wohnungen, Firmenräume und Rechenzentren durchsucht worden.

Die führenden Köpfe der deutschen Raubkopierer-Strukturen seien in Haft, sagte Esser. Ziel sei es, den Trend zu immer mehr Raubkopien noch in diesem Jahr zu brechen. Dazu ist sogar eine Aktion mit "Probesitzen" in einer Gefängniszelle geplant.

Aufklärung und Strafverfolgung

Auch seien in der Zeit 13,3 Millionen Filme aus dem Netz geladen worden, fast genauso viele wie 2002. Der daraus resultierende Schaden für die deutschen Film- und Videoverleiher beträgt nach Branchenschätzungen mehr als 800 Millionen Euro.

Neben der Strafverfolgung will die Filmindustrie auch auf Aufklärung setzen.

"Den meisten Raubkopierern fehlt schlichtweg ein Unrechtsbewusstsein für ihr Handeln. Dabei drohen bis zu fünf Jahre Haft für die Verletzung von Urheberrechten", sagte Esser.

Das betreffe nicht nur die Zielgruppe der 15- bis 39-Jährigen. "Eine Realschullehrerin hatte die Eltern der Kinder ihrer Klasse um Erlaubnis gefragt, ob sie die 'Passion Christi' zeigen dürfe - und das eine Woche nach dem Kinostart des Films."

"Knast on Tour"

Im Sommer startet laut Esser die neue Aktion "Knast on Tour".

"Dort hat jeder, der will, die Gelegenheit, in einer nachgebauten Gefängniszelle für fünf Minuten das Leben eines ehemaligen Raubkopierers kennen zu lernen."