05.05.2004

74.000

Siemens dementiert Massenentlassung

Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer hat Gewerkschaftsangaben über einen geplanten Abbau von 74.000 Arbeitsplätzen in Deutschland zurückgewiesen.

Die Behauptung von IG-Metall-Vize Berthold Huber zeuge von größter Inkompetenz und schüre "in völlig unverantwortlicher Weise" Ängste in der Belegschaft, sagte von Pierer am Dienstag in Berlin. Wenn ein großes Unternehmen wie Siemens tatsächlich die Hälfte seiner 165.000 Mitarbeiter ziehen ließe, würde es sich selbst massiv schaden.

Siemens selbst sprach bisher von 5.000 gefährdeten Arbeitsplätzen in Deutschland. Hubers Angaben nannte von Pierer frei erfunden. Ziel des Gewerkschafters sei, Mitglieder für die IG Metall zu gewinnen, mutmaßte der Konzernchef. "Ich will die Arbeitsplätze hier halten." Siemens versuche, dem Trend der Verlagerung von Stellen ins Ausland zu begegnen. Hier handle es sich um eine "schleichende Erosion".

Er habe Huber in einem mehrstündigen Gespräch erklärt, warum Siemens handeln müsse. Auch der Belegschaft habe er klargemacht, dass es sehr schwierig sei, alle Stellen zu erhalten.

Die IG Metall hatte Siemens wegen der Forderung nach längeren Arbeitszeiten mit einem großen Konflikt gedroht. "Wenn der Siemens-Vorstand nicht von seinem politisch überhöhten Ross steigt, droht dem Konzern eine gewaltige Auseinandersetzung", hatte Huber kürzlich erklärt. Für 14. Mai ist eine Betriebsrätevollversammlung geplant.