Immer mehr Rückrufaktionen für Autos
Jahr für Jahr nehmen die Rückrufaktionen der Autobauer zu, das deutsche Kraftfahrtbundesamt zählte für 2003 allein 144.
Damit hat sich die Zahl der Rückrufaktionen, bei denen die deutsche Behörde eingeschaltet wurde, binnen zehn Jahren mehr als vervierfacht. 1993 waren es noch 35.
Über die Gründe für die steigende Zahl der Rückrufe wird gestritten. Viele Fachleute sehen die Schuld bei immer mehr Elektronik, die in Autos verpackt wird.
Das Center Automotive Research an der Fachhochschule Gelsenkirchen schätzt, dass die Hälfte der Rückrufe wegen Elektronik- oder Softwareproblemen erfolgt.
Laut Kraftfahrtbundesamt waren 2003 aber nur 11,1 Prozent der Rückrufaktionen auf Elektronikfehler zurückzuführen. Der Rest war mechanischer Natur, wie etwa die unzureichende Befestigung von Anhängerkupplungen oder Hinterachsen.
Software legt immer mehr Autos lahmSchärfere Bestimmungen
Daneben gibt es auch rechtliche Gründe für mehr Rückrufe. Weltweit unterliegen Autobauer heute schärferen Bestimmungen zur Produktsicherheit. In Deutschland verpflichtet das Produktsicherheitsgesetz die Hersteller dazu, bereits bei einem Verdacht zu reagieren, und nicht erst, wenn bereits Schäden aufgetreten sind.
Die offiziell registrierten Rückrufaktionen dürften jedoch nur die Spitze des Eisbergs sein. Denn das Kraftfahrtbundesamt wird nur informiert, wenn ein Autobauer keine andere Wahl mehr hat und bei der Behörde die Adressen der Fahrzeughalter abfragen muss.
Bei Neuwagen laufen Rückrufaktionen dagegen in der Regel allein über den Hersteller, weil dieser aus dem Verkauf noch über die Kundendaten verfügt und die Besitzer selber anschreiben kann. In der offiziellen Statistik tauchen diese Fälle dann nicht auf.
