24.04.2004

FUNKCHIPS

China soll RFID-Einführung vorantreiben

Während in Europa und den USA der Einsatz von Funkchips [RFID] weiter umstritten bleibt, setzt sich die Technologie in China offenbar schneller durch.

Der größte Antrieb entsteht dabei durch die US-Einzelhandelskette Wal-Mart, die ab kommendem Jahr RFID-Chips in der Warenlogistik einsetzen will.

Laut Analysten kommen 60 bis 70 Prozent aller Waren bei Wal-Mart, die keine Nahrungsmittel sind, aus Asien.

RFID für Blutkonserven

Daneben startet China mehrere nationale Projekte. So sollen alle Chinesen eine RFID-Identifikationskarte erhalten - das bedeutet über eine Milliarde Karten mit Funkchips. Laut Shi überlegt China die Karten für alle möglichen Anwendungen einzusetzen, also beispielsweise auch als Bankkarte, als Führerschein und Kreditkarte.

Auch im Gesundheitswesen sollen RFID-Chips zum Einsatz kommen. China verbraucht jährlich 47 Milliarden Blutbeutel, für deren Logistik und Überwachung von möglichen Krankheitsausbrüchen Funkchips eingesetzt werden sollen.

Nächste Woche wollen sich Vertreter der chinesischen Regierung, der chinesischen National Academy of Standards, einige Professoren und Forscher sowie EPCGlobal, zuständig für Entwicklung und den Einsatz des Barcode-Ablösers EPC [Electronic Product Code], treffen, um über Kompatibilitätsfragen und Standards zu diskutieren.

RFID-Einführung vorerst verschoben

Wal-Mart musste zuletzt in den USA eine erste Frist für die Implemetierung der Chips verschieben: Medikamenten-Hersteller müssen nun doch nicht ab 1. April ihre Produkte mit RFIDs kennzeichen.

Die 100 wichtigsten Wal-Mart-Lieferanten sollen eigentlich zum 1. Jänner 2005 ihre Waren mit RFID-Chips versehen, sonst droht ihnen der Verlust ihres wichtigsten Kunden. Den Anfang sollten bereits in diesem Jahr die Pharma-Lieferanten machen.

Das von Wal-Mart gewünschte Tempo bei der Einführung der Funkchips für Massengüter scheint allerdings zu hoch zu sein: Die meisten Pharma-Lieferanten des Unternehmens können jedenfalls den Stichtag am 1. Arpil nicht einhalten, weshalb er bis auf weiteres verschoben wurde.