Erstmals elektronische Wahlen in Indien
In Indien, der größten Demokratie der Welt, hat am Dienstag die Parlamentswahl begonnen, die bis 10. Mai in mehreren Phasen abgewickelt wird.
Die rund 660 Millionen registrierten Wähler werden erstmals nicht mit Wahlkarten, sondern per Knopfdruck wählen. Dafür stehen rund eine Million elektronische Wahlgeräte zur Verfügung.
Auf diesem Weg will man vor allem Wahlverbrechen entgegenwirken. Nicht selten kam es bei vergangenen Wahlen vor, dass ganze Wahllokale von bewaffneten Angreifern übernommen wurden, um die Wähler zur "richtigen" Stimmabgabe zu zwingen. Einige Male wurden die Wahlkarten auch auf dem Weg zur Auszählung gestohlen.
Die elektronische Stimmenabgabe wird im kleineren Rahmen bereits in Brasilien, den Niederlanden und den USA eingesetzt. Vor allem in den USA blieben dabei Pannen nicht aus.
Bewährungsprobe für E-VotingErste Pannen am Dienstag
Die tragbaren Maschinenn, die vom staatlichen Unternehmen Bharat Electronics hergestellt wurden, bestehen aus einer Kontrolleinheit für die Wahlbeamten und einer Wahleinheit, an der die Bürger ihre Stimmen abgeben.
Sollte ein Wahllokal attackiert werden, können die Beamten die Maschinen auf Knopfdruck herunterfahren. Weiters sollen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen die Möglichkeit, die Wahl zu manipulieren, verringern.
Am Dienstag gab es aber bereits erste Probleme mit den Geräten, die für einige Wähler zu Zeitverzögerungen führten. Manche Beamte äußerten außerdem Bedenken, dass viele Leute nicht mit der Technik umzugehen wissen.
Einen ersten Zwischenfall gab es auch schon im Bundesstaat Chhattisgarh, wo Aufständische die Wahlbeamten verletzten und die Wahl-Computer stahlen.
Bharat Electronics Wahlcomputer
