08.04.2004

WERTVOLL

Chirurgen sollten Video-Games spielen

Nachdem schon eine Reihe von Erkenntnissen zur Verbesserungen der visuellen und räumlichen Wahrnehmung und der Reaktionsfähigkeit durch das Spielen von Video-Games vorliegen, hat eine neue Studie ganz konkrete Vorteile für hochqualifizierte Aufgaben ausgemacht:

Demnach haben Chirurgen, die regelmäßig Zeit etwa vor Spielkonsolen verbringen, signifikante Vorteile in der mimimal-invasiven Chirurgie gegenüber ihren Kollegen, die sich nicht mit Videospielen beschäftigen.

Die Studie reflektiert laut ihren Autoren auch die "Ankunft der Generation X in den OP-Sälen".

Signifikante Verbesserung

Nach der Studie, die gemeinsam vom Beth Israel Medical Center und der Iowa State University durchgeführt wurde, machen Ärzte, die sich mindestens drei Stunden in der Woche mit Videospielen beschäftigen, bei miminal-invasiven Eingriffen 37 Prozent weniger Fehler als ihre Game-abstinenten Kollegen.

Das Training an der Konsole oder am PC soll gleichzeitig auch noch ein schnelleres Arbeiten ermöglichen: Demnach arbeiten die Gamer unter den Chirurgen auch noch um 27 Prozent schneller.

"Ich brauche die gleiche Hand-Augen-Koordination im Operationssaal wie beim Spielen von Video-Games", erklärt Studienautor James Rosser den Effekt. Der Arzt setzt Games bereits bei der Schulung junger Ärzte gezielt ein.

Auch für Nicht-Mediziner

In einer anderen Studie haben US-Forscher bereits letztes Jahr herausgefunden, dass Gamer, die regelmäßig Ballerspiele a la "Half-Life" und "Medal of Honor" und rasante Action-Knaller wie "Grand Theft Auto III" spielen, eine wesentlich bessere visuelle Auffassungsgabe haben als der Rest der Bevölkerung.

Besonders gut können Spieler laut den Wissenschaftlern einzelne Details in äußerst belebten Szenen erkennen. Auch lassen sie sich von Ablenkungen nicht so leicht aus der Konzentration bringen.

Weiters wurde festgestellt, dass mit ein bisschen Spieltraining jeder seine visuellen Fähigkeiten verbessern kann.