Streit um "unpatriotisches" Outsourcing
Nachdem der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder [SPD] die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland als "unpatriotischen Akt" bezeichnet hatte, ist die Diskussion über die wirtschaftlichen und sozialen Folgen von Outsourcing insbesondere in die neuen EU-Länder voll entbrannt.
Die Verlagerung von Jobs ins Ausland schafft nach Ansicht der Computer- und Telekommunikationsbranche sogar Arbeitsplätze in Deutschland: "Es wäre eine Unterlassungssünde, Outsourcing nicht zu nutzen", erklärte Bernhard Rohleder, Vorsitzender der Geschäftsführung des Branchenverbandes BITKOM, am Dienstag in Hannover.
Nur durch die Integration internationalen Know-hows blieben deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig. Das als mangelnden Patriotismus zu brandmarken verdrehe die Tatsachen.
Outsourcing könne Produkte besser und günstiger machen und eröffne Firmen die Chance, mehr Geld in Forschung und Entwicklung zu investieren, betonte Rohleder. Und das geschehe zu allererst in Deutschland.
Outsourcing kostet Tausende JobsKonjunktur hat Schuld
Laut BITKOM arbeiteten in Deutschland im Computer- und Telekommunikationsbereich zuletzt rund 751.000 Menschen.
Auch wenn es in den vergangenen Jahren konjunkturbedingt zu Rückgängen bei der Beschäftigung gekommen sei, seien in der Branche seit Mitte der 90er Jahre mehr als 100.000 Arbeitsplätze entstanden. Dabei habe das Auslagern von Tätigkeiten ins Ausland zu keinem Stellenverlust in Deutschland geführt, sondern Arbeitsplätze gesichert.
Der Arbeitsplatzabbau in der deutschen IT-Branche hat nach Einschätzung des Verbandes in diesem Jahr aber ohnehin ein Ende. Der Abbau sei lediglich durch die Konjunktur bedingt gewesen.
