EMTS-Auflösung geht zügig voran
Die Verwertung des in Konkurs befindlichen ehemals börsennotierten Salzburger Handydienstleisters EMTS geht zügig voran.
Die Tochtergesellschaften in Deutschland und Spanien mit je 200 Mitarbeitern wurden bereits verkauft, der Verkauf der Italien-Tochter mit knapp 40 Mitarbeitern wird nächste Woche erwartet, berichten informierte Kreise.
Aus dem Verkauf der EMTS-Tochterfirmen in Deutschland und Spanien seien 4,4 Mio. Euro erlöst worden, wobei der größere Teil auf Deutschland entfalle, hieß es.
Die Erlöse aus diesen Verkäufen werden auf die allgemeine Konkursmasse aufgeteilt, wobei 96 Prozent der anerkannten Forderungen auf den Hauptgläubiger Bank Austria Creditanstalt [BA-CA] entfallen. Die Niederlassung in Spanien sei an einen argentinischen Kaufmann gegangen, die deutsche Tochter an einen ehemaligen Bosch-Manager.
Salzburger EMTS stellt KonkursantragNachspiel vor Gericht
Mit dem nächste Woche erwarteten Verkauf der letzten EMTS-Tochter in Italien wird die Verwertung der EMTS abgeschlossen sein.
Noch offen ist allerdings die Frage der Verantwortlichkeit des ehemaligen Vorstands und Aufsichtsrats für die Geschäftsentwicklung der EMTS, die nach turbulenten Monaten schließlich im Dezember 2003 Konkurs angemeldet hatte, nachdem Bankschulden von 15,7 Mio. Euro nicht mehr bedient werden konnten.
Vor dem Landesgericht Salzburg soll bereits ein Strafverfahren anhängig sein. Im Zuge dessen untersuche ein Sachverständiger derzeit die EMTS-Geschäftsentwicklung in der Vergangenheit: "Da kommt sicher was", hieß es wiederum aus informierten Kreisen. Erste Ergebnisse dieser Untersuchungen seien bis zum Sommer zu erwarten.
EMTS geriet 2003 wegen angeblicher Umsatzmanipulationen, Scheinaufträge und exorbitant hoher Spesen in den Jahren 2001 und 2002 in die Schlagzeilen. Die Börsenotiz der EMTS wurde an der Schweizer Börse SWX am 10. März aufgehoben. Die großen Schwierigkeiten bei EMTS begannen, als die Firma im Zuge des Einbruchs im Telekommunikationssektor Nokia als Kunden in elf europäischen Ländern, darunter Österreich, verlor. Dazu kamen die sich erhärtenden Vorwürfe wegen Bilanzmanipulationen durch das frühere EMTS-Management. Die Expansion endete schließlich im Konkurs von fast allen Tochterunternehmen.
