Musikindustrie will massiv Kosten sparen
Die fünf Major Labels der Musikindustrie, Universal, Sony, BMG, Warner und EMI, planen jährliche Kosteneinsparungen von insgesamt rund 1,3 Mrd. USD.
Die für die kommenden zwei Jahre geplanten Kostensenkungen seien die größten Kürzungen der Industrie in diesem Jahrzehnt, berichtet die "Financial Times" ["FT"] in ihrer Freitag-Ausgabe.
Universal Music spart zuerst
Die erste Runde leitet der Marktführer Universal Music ein. Das
Label will bis Ende 2005 die jährlichen Kosten um 400 bis 500 Mio.
USD senken. Bei der Vivendi-Tochter schrumpfte im vergangenen
Geschäftsjahr der Umsatz um 21 Prozent, der operative Gewinn brach
um 87 Prozent auf nur noch 70 Mio. Euro ein.
Vivendi Universal verringert NettoverlustTurn-around erst 2006
Warner Music plant laut "FT" Restrukturierungen, die 200 bis 250 Mio. USD einsparen sollen. Sony und BMG versprechen sich von ihrer Fusion Synergien, die rund 300 Mio. USD sparen. EMI will durch die Investition in neue Technologien im Endeffekt rund 100 Mio. USD pro Jahr einsparen.
Das Musikgeschäft ist in den vergangenen vier Jahren Jahr für Jahr geschrumpft und hat bereits zu massiven Jobkürzungen geführt. Trotz Zeichen der Erholung in den USA sei aber weltweit frühestens 2006 mit einem Turn-around zu rechnen.
"Jeder konzentriert sich darauf, so viel Bürokratie wie möglich zu eleminieren", zitiert die "FT" einen Label-Chef, der nicht genannt werden will. Das lässt weitere Personalreduktionen erwarten. Die Labels müssen die Zeit bis zum ersehnten Aufschwung überbrücken und die Kosten massiv senken. Die schmerzhaften Kürzungen seien die Rechnung für "Jahre des Missmanagements", so die "FT".
