14.03.2004

NACH ASIEN

Proteste gegen Siemens-Jobverschiebung

Gegen den drohenden Abbau von tausenden Siemens-Arbeitsplätzen in Bocholt und Kamp-Lintfort in Deutschland wollen Gewerkschaften und Betriebsräte vorgehen.

An den beiden Standorten des Konzernbereichs ICM sind nach Siemens-Angaben rund 2.000 Arbeitsplätze in Gefahr, wenn die Kosten der Fertigung nicht gesenkt werden könnten.

Siemens will Ende März zu Plänen über die mögliche Verlagerung der Arbeitsplätze ins Ausland Stellung nehmen. Die Arbeitskosten in Deutschland seien erheblich höher als in Ländern Osteuropas oder Asiens, sagte Jo Kaeser, Mitglied im Siemens-Bereichsvorstand ICM, am Samstag am Rande einer Betriebsversammlung im Siemens-Werk Bocholt.

Erträge unbefriedigend

Zwar hätten sich die Umsätze im Bereich ICM gut entwickelt, jedoch seien die Erträge unbefriedigend, sagte Kaeser.

Nach dpa-Informationen lag ICM im vergangenen Jahr bei einer Umsatzrendite von weniger als zwei Prozent. Ziel sind mehr als acht Prozent.

Das Werk Bocholt erreiche diese Zielstellung, hieß es dagegen vom Betriebsrat. Die Arbeitsstunde eines Softwareingenieurs koste in Deutschland rund 50 Euro, in Ländern Asiens, Osteuropas oder Lateinamerikas aber weniger als zehn Euro, erklärte Kaeser.

Die IG Metall und Betriebsräte kündigten Proteste an und forderten die Unternehmensleitung auf, die Pläne offen zu legen und überprüfen zu lassen.