Musik mittels Biofeedback komponieren
Schon lange ist bekannt, dass Musik physiologische Veränderungen im Organismus des Hörers, wie etwa Aufregung oder Entspannung bewirken kann. Umgekehrt soll der Entspannungsgrad des Hörers nun auch als Basis für die Komposition eines Musikstücks dienen können.
Wissenschaftler des MIT Media Lab Europe arbeiten derzeit an einem System, das Biometrie dazu nutzt, zu kontrollieren was der Hörer zu Ohren bekommt.
Je entspannter gelauscht wird, desto mehr Instrumente beginnen zu spielen.
Das System könnte in Zukunft für ein effektives Stress-Management genutzt werden.
"Es gibt sieben verschiedene Instrumentallayer, wie etwa Bass, Klavier, Streicher oder Flöten," so Phil McDarby vom MIT Media Lab Europe. "Je mehr sich der Nutzer entspannt, desto mehr Instrumente kommen zum Einsatz. Man fühlt die Musik richtig."
"Peace Composed"Galvanischen Hautreaktion
Über zwei Sensoren an den Fingern wird mit der galvanischen Hautreaktion jede Veränderung des Hautleitwiderstand durch Emotionen gemessen.
Um die sieben Instrumentalschichten freizuschalten, muss sich der Hörer auf das Entspannen konzentrieren.
In ersten Tests sind einige Probanden nie über das erste Instrument, den Bass, hinaus gekommen. Dies zeigt, dass ihr Stress-Management unwirksam ist.
Durch regelmäßiges Training kann die gezielte Entspannung auf Knopfdruck jedoch erlernt werden. Durch den Einsatz von Musik soll diese Lernphase kürzer dauern und mehr Spaß machen.
Wer entspannt, gewinnt
Auch Computerspiele, die statt mittels Controllersoder Joystick
über den der Atem oder den Hautwiderstand gesteuert werden, wurden
bereits entwickelt. Sie werden in Krankenhäusern benutzt um Kindern
die Zeit ihres stationären Aufenthalts zu verkürzen, oder um
autistischen Patienten das Konzept der Selbstkontrolle näher
zubringen.
Videogames als Mittel gegen StressMusikproduktion
Doch nicht nur zum Stressabbau, sondern auch bei der Musikproduktion könnte das Konzept zum Einsatz kommen.
"Man stelle sich eine Reihe von Leuten vor, die alle an drahtlosen Sensoren angeschlossen sind und so jeweils einen Teil eines Musikstücks kontrollieren können," so McDarby.
"Oder ein ganzes Orchester, das statt der Instrumente über Sensoren verfügt und so vorher aufgenommene Instrumentalparts mittels der physiologischen Zustände steuern könnte."
