Deutschland will IT-Sicherheit erhöhen

spionage
05.09.2007

Nach Angriffen auf Regierungscomputer

Die deutsche Regierung will den Schutz vor Hacker-Angriffen gegen Computersysteme in Bundesbehörden und strategisch wichtigen Wirtschaftsbereichen erhöhen.

Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch in Berlin die weitere Umsetzung der bereits 2005 beschlossenen nationalen Schutzstrategie für Informationstechnik [IT].

Deutschland sei als moderner Industriestaat sehr verwundbar, sagte Innenstaatssekretär August Hanning. IT-Einbrüche gehörten zum Instrumentarium moderner ausländischer Geheimdienste.

Zuletzt hatten Hacker-Attacken auf deutsche Regierungscomputer, die angeblich von China ausgingen, für Unruhe gesorgt. Ähnliche Angriffe wurden auch aus den USA und Großbritannien gemeldet.

70 Millionen Euro pro Jahr

Hanning sagte, Staat und Wirtschaft müssten gemeinsam gefährdete Infrastrukturen schützen. Um Bereiche wie Telekommunikation, Energie, Verkehr und Banken optimal abzuschirmen, arbeite der Bund eng mit Unternehmen und Branchenverbänden zusammen.

Für den Schutz seiner eigenen IT-Systeme gebe der Bund jährlich rund 70 Millionen Euro aus. Jetzt solle in allen 400 Bundesbehörden ein einheitlich hohes Sicherheitsniveau dauerhaft gewährleistet werden.

Im Gespräch mit ORF.at erklärte der deutsche Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom vor kurzem, wie die deutsche Bundesregierung beim Armdrücken mit chinesischen Diensten die eigenen Sicherheitsexperten bloßstellt - und welche Aktivitäten deutsche Dienste selbst in China entfalten.

(dpa)