EMTS muss die Schweizer Börse verlassen
EMTS ist an der Schweizer Börse SWX bald endgültig Geschichte. Die SWX hat die Dekotierung - also die Aufhebung der Börsenotiz - des insolventen österreichischen Handydienstleisters von Amtes wegen per 10. März verfügt.
Ein außerbörslicher Handel finde nicht statt, gab die SWX am Dienstag bekannt. Am Hauptsegment der SWX sind knapp 5,813 Millionen Inhaberaktien von EMTS notiert. Zum Handelsbeginn am Dienstag brachen die Aktien um 10,5 Prozent auf 0,34 Franken ein.
Der Salzburger Handy-Dienstleister EMTS hatte im Dezember wegen Überschuldung Konkurs angemeldet. Das Unternehmen konnte Bankschulden von 15,7 Mio. Euro nicht mehr bedienen. EMTS hatte vergeblich um einen teilweisen Schuldennachlass verhandelt.
Salzburger EMTS stellt KonkursantragAuf- und Abstieg
Als EMTS im Juni 2000 ihre Aktien am damaligen New Market der SWX erstmals anbot, war die Euphorie groß: Nach dem ersten Handelstag notierte die Aktie bei 114 Franken, rund 20 Prozent über dem Ausgabepreis von 95 Franken.
Während der New Economy-Euphorie startete EMTS eine exzessive Expansion in zahlreichen europäischen Ländern mit der Eröffnung von Niederlassungen und dem Zukauf von Unternehmen. Für 2000 hatte EMTS noch eine Rekord-Bilanz veröffentlicht. Dann allerdings machte die schwächere Nachfrage im Handygeschäft dem Handydienstleister zu schaffen.
Die großen Schwierigkeiten bei EMTS begannen, als die Firma im Zuge des Einbruchs im Telekommunikationssektor einen Großauftrag von Nokia verlor. In der Schweiz stellte EMTS im Jänner 2003 die Geschäftstätigkeit ein und entließ ihre 80 Angestellten, ohne ihnen einen Sozialplan anzubieten.
Ein weiterer herber Schlag war im Februar 2003 die Vertragsaufkündigung durch Nokia wegen "unbefriedigender" Dienstleistungen in elf europäischen Ländern, darunter Österreich. Dazu kamen die sich erhärtenden Vorwürfe wegen Bilanzmanipulationen durch das frühere EMTS-Management.
Im Dezember 2003 musste die Wiener EMTS Holding den Konkursantrag stellen, nachdem Finanzierungsgespräche mit der Bank Austria Creditanstalt über einen möglichen Schuldennachlass oder den Wandel der Forderungen in Mezzanin-Kapital gescheitert waren. Ende November lief eine bestehende Stundungs- und Restrukturierungsvereinbarung mit der Bank aus.
