01.03.2004

TOLL COLLECT

Kein Maut-Auftrag für Österreicher

Mit der Entscheidung, den Vertrag mit dem Mautkonsortium Toll Collect weiterzuführen, haben sich die Hoffnungen österreichischer Mitbewerber - Asfinag, Europpass und Kapsch TrafficCom - in Luft aufgelöst.

"Wir schauen uns das an", so Asfinag-Sprecher Marc Zimmermann. Bei Kapsch zeigt man sich von der deutschen Entscheidung "überrascht".

Mit einem organisatorischen Umbau, klaren Verantwortlichkeiten und neuer personeller Führung will Toll Collect die Satelliten gestützte Lkw-Maut doch noch zum Erfolg bringen.

Dabei wird die Deutsche Telekom, an der der Bund direkt und indirekt einen Anteil von 43 Prozent hält, die operative Führung in dem Konsortium übernehmen.

So sollen bei der Telekom-Tochterfirma T-Systems, die für das Großkundengeschäft zuständig ist, die Integration der Systeme gebündelt und die Entscheidungsgewalt konzentriert werden. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Zugänge zum Mautsystem, der Betrieb des Rechenzentrums sowie die Erfassung, Verwaltung und Abrechnung der Mautdaten.

Beteiligungsstruktur bleibt unverändert

Die Beteiligungsstruktur von Toll Collect bleibt unverändert: So halten Deutsche Telekom und DaimlerChrysler auch künftig weiterhin jeweils 45 Prozent, der französische Autobahnbetreiber Cofiroute 10 Prozent an dem Konsortium.

Der Elektronikkonzern Siemens wird als technischer Projektkoordinator für die Entwicklung der Bordcomputer stärker in die Verantwortung genommen, aber nicht Gesellschafter von Toll Collect werden.

Verbunden mit dem stärkeren Engagement der Telekom ist ferner ein Wechsel an der Spitze des Toll-Collect-Aufsichtsrates. T-Systems-Chef Konrad Reiss, der auch Mitglied des Holdingvorstands der Telekom ist, wird den Vorsitz im obersten Aufsichtsratsgremium von Toll Collect übernehmen.

Branchenexperten gehen davon aus, dass es in Kürze auch in der Geschäftsführung einen personellen Wechsel geben wird und Reiss einen DT-Manager auf den Chefposten platzieren wird.