Toll Collect soll weiterleben
Nach monatelangem Streit haben sich die deutsche Bundesregierung und das Konsortium Toll Collect doch noch auf einen Kompromiss zur Einführung der Lkw-Maut geeinigt.
Die Deutsche übernimmt über die Tochter T-Systems als Generalunternehmer die Systemführerschaft, Siemens wird für die technische Projektkoordination der Bordcomputer zuständig sein..
Bundeskanzler Gerhard Schröder [SPD] verkündete die Einigung am Sonntagabend in Berlin gemeinsam mit den Chefs der Konsortialfirmen DaimlerChrysler, Telekom und Cofiroute
Zwölf Tage nach Kündigung der Mautverträge durch die deutsche Bundesregierung hatte das Toll Collect ein nachgebessertes Angebot vorgelegt. Ein Regierungssprecher bestätigte dies, widersprach jedoch einer Meldung, dass bereits der Durchbruch für eine weitere Zusammenarbeit erreicht sei.
Die Einreichung der Nachbesserung"Ein richtungsweisendes System"
Mit 1. Jänner 2005 wird eine vorläufige Version eingeführt mit einer Haftungsobergrenze von einer Milliarde Euro. Das endgültige Maut-System, für das die Firmen dann unbegrenzt haften, kommt Anfang 2006. Ferner sind Strafzahlungen von höchstens 780 Millionen Euro für 2005 vereinbart.
Schröder sagte, die satellitengestützte Maut sei ein richtungsweisendes System, das in Europa und darüber hinaus Vorbild sein solle. "Wir brauchen ein System, das Technologieführerschaft erkennen lässt. Und wir sind der Meinung, wir haben dieses System."
Der Bund hatte vor knapp zwei Wochen die Kündigung der Verträge mit Toll Collect zum Bau und Betrieb eines Lkw-Maut-Systems auf Autobahnen eingeleitet, nachdem der Starttermin mehrfach verschoben worden war und sich die Parteien nicht auf neue Modalitäten einigen konnten.
