Auto-Jammer gegen Diebstahl
Bisher versuchen vor allem Alarmanlagen und interne Diebstahlssicherungen Autoknacker an der Ausübung ihrer Tätigkeit zu hindern.
Nun soll auch bei Privatautos ein System eingesetzt werden, das bis dato bei Lkws und Spezialfahrzeugen auf Baustellen im Einsatz war: die ferngesteuerte Wegfahrsperre.
Dazu wird im Auto eine Kontrollbox eingebaut, die neben einem GPS-Empfänger auch einen Chip samt Speicher sowie ein Mobilfunkgerät für die Datenübertragung enthält.
Wird das Auto als gestohlen gemeldet, erhält die Box über einen verschlüsselten Telefonanruf den Auftrag, die Motorsteuerung zu blockieren. Dadurch kann das Auto, einmal abgestellt, nicht mehr wieder gestartet werden.
In Singapur bietet eine Firma eine High-Tech-Lösung an, die zerstreuten Autofahrern die Suche nach ihrem geparkten Wagen abnimmt. Bei dem Parkraumüberwachungssystem von Stratech Systems muss der Fahrer sein Kennzeichen eintippen und schon stellt das System den Standort des Autos fest.
Software findet geparktes Auto100 Meter Spielraum
Bisherige Auto-Diebstahlsicherungen sind bereits relativ ausgeklügelt. So wird bei vielen Autos automatisch beim Starten via Zundschlüssel ein entsprechender Code verfiziert. Dadurch konnte die Zahl der Autodiebstähle bereits reduziert werden.
Das neue System verspricht jedoch weitere Vorteile, beispielsweise wenn der Autodieb im Besitz der Schlüssel ist. Zwölf Prozent der Diebstähle in Großbritannien erfolgten 2002 auf diese Weise, doppelt so viele wie im Jahr davor.
Wird das Auto gefahren, ohne dass der Fahrer seinen Code bestätigt hat, sendet das System eine entsprechende Meldung an das Kontrollzentrum, das Auto wird damit als gestohlen gemeldet.
100 Meter Fahrdistanz sind dabei das Minimum und sollen mögliche Ungenauigkeiten des Satellitenortungssystems GPS ausgleichen.
Ein solches System der britischen Firma Thatcham, entwickelt in Zusammenarbeit mit der britischen Polizei, Versicherungen und Sicherheitsfirmen, soll bereits im April dieses Jahres auf den Markt kommen.
ThatchamMotorblockade per Fernsteuerung
Das Kontrollzentrum nimmt dann mit dem Autobesitzer Kontakt auf, um den Diebstahl zu bestätigen. Währenddessen wird die Polizei fortlaufend über den aktuellen Ort des Autos informiert.
Wird das Auto abgestellt, sendet das Kontrollzentrum ein entsprechendes Signal und der Motor lässt sich nicht mehr starten. Erst nach dem "Wiederaufsperren" kann das Auto wieder gestartet werden.
Um die Gefährdung der anderen Straßenbenutzer durch ein immobiles Auto zu minimieren, kann nur das Kontrollzentrum diese Befehle ausgeben.
Es gibt auch Pläne, das Auto während der Fahrt durch einen solchen Befehl zu stoppen, doch die möglichen Risiken eines plötzlich absterbenden [und damit weitgehend unmanövrierbaren] Autos auf der Autobahn oder in einer brenzligen Situation dürften den Nutzen nicht überwiegen.
In den USA verhindert die Angst vor Gerichtsstreitigkeiten den Einsatz solcher Systeme. Dort will niemand für ein derart blockiertes Auto beispielsweise vor einer Rettungsausfahrt verantwortlich sein, was sich durch das System und seine Ungenauigkeit freilich nicht verhindern lässt.
Auto hindert Fahrer am Rasen
