Siemens und Intel wollen in Solarbranche
Die hohen Zuwachsraten im Geschäft mit der Sonne wecken bei branchenfremden Unternehmen Übernahmegelüste.
Neben dem deutschen Technologiekonzern Siemens, der bereits über ein starkes Standbein im Kraftwerksbau verfügt, planen auch der US-Chiphersteller Intel und der südkoreanische Samsung-Konzern Zukäufe in der Solarindustrie.
Branche vor Konsolidierung
Die Branche steht nach Meinung von Beobachtern vor einer Fusionswelle. Treiber der Konsolidierung ist der Kapazitätsausbau, der in den kommenden Jahren für einen Preisverfall bei Solarmodulen sorgen wird.
Siemens beobachtet Markt
"Siemens lotet derzeit die Möglichkeiten für einen Einstieg aus, und Vorstände führten bereits erste Gespräche", sagt ein Branchenkenner. Die Münchner halten sich mit einem Kommentar zurück, verweisen allerdings darauf, dass sie den Markt beobachten.
Begehrlichkeiten in der Halbleiterbranche
"In der Halbleiterbranche gibt es entsprechende Überlegungen", sagte Hans-Martin Rüter vom deutschen Bundesverband Solarwirtschaft, der auch Chef des Solarkonzerns Conergy ist.
Die Unternehmen aus dem Chipbereich hätten gute Kenntnisse über den Umgang mit dem Rohstoff Silizium, der auch in der Produktion von Solarzellen verwendet werden.
Intel lotet Möglichkeiten aus
Auch der der amerikanische Marktführer Intel lotet nach Angaben von Branchenkreisen Akquisitionsmöglichkeiten aus. Es habe bereits erste Kontakte mit möglichen Übernahmezielen gegeben, sagte eine beteiligte Person.
Eine Entscheidung gebe es aber nicht. Interesse habe auch der südkoreanische Samsung-Konzern, der bereits eine eigene Produktion aufgebaut habe.
Solarzellen sollen künftig auch in Displays von Handys, MP3-Playern & Co. integriert werden. Damit könnten die Akku-Laufzeiten der Geräte drastisch erhöht werden. Motorola und Nokia haben erste Patente für diese Technologie angemeldet.
(dpa | APA)
